Niedersachsen & BremenNeues Virus in Niedersachsen - Was ist darüber bekannt?

Der Erreger befällt Rinder und wird über Mücken übertragen. Welche Auswirkungen hat er für die Tiere und besteht eine Gefahr für den Menschen?
Holzminden (dpa/lni) - Das Nutztiere befallende Shamonda-Virus ist auch in Niedersachsen angekommen. Unter anderem wurde es im Landkreis Holzminden nachgewiesen, wie die Verwaltung mitteilte. Ob es bereits weitere oder vorherige Nachweise gibt, war zunächst nicht bekannt. In anderen Bundesländern wie Bayern ist der Erreger bereits weiter verbreitet. Was ist über das Virus bisher bekannt und wie gefährlich ist es?
Woher stammt das Virus?
Das "Shamonda-Virus" kursierte bisher nur vereinzelt in Asien und Afrika. Seit dem Spätsommer breite es sich rasant in Deutschland aus, zunächst vor allem in Süddeutschland. Überträger sind demnach Stechmücken. Eine direkte Tier-zu-Tier-Übertragung ist nach Informationen des Landesamts für Gesundheit in Bayern nicht belegt. Laut dem Landkreis Holzminden ist es mit dem seit 2011 in Deutschland bekannten "Schmallenberg-Virus" verwandt, das ähnliche Symptome hervorruft.
Welche Tiere sind betroffen?
"Betroffen sind bisher vor allem Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen", heißt es aus Holzminden. In dem Landkreis wurde das Virus in zwei Rinder haltenden Betrieben nachgewiesen. Weil bisher aber noch wenig über das Virus bekannt ist, bittet das Veterinäramt dort, Tiere mit Symptomen von einem Tierarzt untersuchen zu lassen.
Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erst vor wenigen Tagen mitteilte, gibt es nun auch positive Tests bei einem Pferd aus Rheinland-Pfalz sowie bei einem Alpaka aus Hessen.
Können sich auch Menschen anstecken?
Für den Menschen besteht laut Friedrich-Loeffler-Institut nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko.
Was sind die Symptome?
Bei Rindern fiel das Virus bisher durch einen Rückgang bei der Milchproduktion, Durchfall sowie Fieber auf, wie der Landkreis mitteilte. Ob eine Ansteckung auch Auswirkungen auf die Trächtigkeit oder ungeborene Tiere habe, sei bisher nicht bekannt. Der Krankheitsverlauf wird den Angaben nach als kurz beschrieben. "Die meisten Tiere genesen innerhalb kurzer Zeit."
Welche Folgen hat eine Ansteckung?
Bisher gibt es keine Bekämpfungsmaßnahmen oder Handelsbeschränkungen. Somit gibt es erst einmal keine weitreichenden Folgen, wenn eine Infektion festgestellt wird, heißt es aus Holzminden. Das Veterinäramt sammele die Meldungen aber in einer Datenbank. Impfstoffe gegen den Erreger stehen nach Informationen aus Bayern nicht zur Verfügung. Für Verbraucher gehe keine gesundheitliche Gefahr durch Milch und Fleisch von betroffenen Tieren aus, sagte eine Sprecherin des bayerischen Bauernverbandes.