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Niedersachsen & BremenOhne Geld-Neid: So geht 96 das Duell gegen Wolfsburg an

14.08.2026, 14:46 Uhr
Trainer-Christian-Titz-von-Hannover-96

Seit mehr als 30 Jahren stehen sich Hannover und Wolfsburg wieder in einem Zweitliga-Duell gegenüber. 96-Trainer Titz sieht keine Ungerechtigkeit durch den Wolfsburger Finanzvorteil.

Hannover/Wolfsburg (dpa/lni) - Hannover-Trainer Christian Titz wollte wegen der Wolfsburger Finanzstärke nicht jammern. Zumindest, wenn es um die finanziellen Möglichkeiten vor dem niedersächsischen Duell der beiden Fußball-Zweitligisten geht, ist der Absteiger deutlich im Vorteil. Allerdings auch im Vergleich zu jedem der 17 anderen Clubs in der Liga.

"Ich finde es völlig legitim. Es gibt immer in einer Saison unterschiedliche Möglichkeiten von Vereinen, unterschiedliche Ansätze. Sie haben die Möglichkeiten für sich, sie nutzen sie. Das ist völlig in Ordnung. Wir müssen unseren Weg gehen", sagte der 55-Jährige vor der Partie am Sonntag (13.30 Uhr/Sky).

Trotzdem zeige die Liga, dass Mannschaften sich auf Augenhöhe begegnen können. Er glaube nicht, dass es den idealen Zeitpunkt für Spiele gibt, meinte der Coach. "Ich freue mich auf das Spiel. Ich finde es gut, dass wir in das Duell reingehen können."

Als 96 und der VfL zuletzt in der 2. Bundesliga aufeinandertrafen, waren viele Spieler in den heutigen Kadern noch nicht geboren. Am 15. Mai 1996 trennten sich beide Clubs 3:3. Danach folgten noch einige Duelle in der Bundesliga, zuletzt vor sieben Jahren - damals spielte Wolfsburg Sportdirektor Pirmin Schwegler noch für 96.

Hannover verlor vier der vergangenen fünf Pflichtpartien gegen den niedersächsischen Nachbarn. Das Spiel wird auch für Wolfsburgs Sport-Geschäftsführer Dieter Hecking spannend, denn der 61-Jährige, der mit dem VfL in der vergangenen Saison den Abstieg nicht verhindern konnte, hat bei beiden Clubs eine lange Vergangenheit.

Strobl: "Zwei Top-Teams, die aufeinandertreffen"

Dagegen wird es für den neuen Wolfsburger Coach Tobias Strobl das erste Spiel dieser Art. "Ich blende so ein bisschen das Nachbarschaftsduell aus. Für mich sind es einfach zwei Top-Teams, die aufeinandertreffen. Zwei Trainer mit einer identischen Idee", sagte Strobl.

Wolfsburg gilt als großer Favorit auf den Aufstieg. Aber auch die 96er wollen wie vergangene Saison lange oben mitmischen - und unbedingt einen Fehlstart vermeiden. Doch der mit Spielern wie Robert Glatzel und Fabian Reese wie ein Erstligist aufgerüstete Zweitligist aus Wolfsburg steht nach dem 0:0 zum Auftakt gegen Kaiserslautern etwas weniger im Fokus als die 96er.

Titz: Mannschaft nach Pleite in Cottbus "verärgert"

Denn die Mannschaft von Trainer Titz kassierte am vergangenen Wochenende eine bittere 1:3-Pleite bei Aufsteiger Energie Cottbus. Hannover hatte etliche Chancen vergeben und musste sich wahrscheinlich noch selbst im Nachgang fragen, wie das Ergebnis zustande kommen konnte.

"Die Spieler waren verärgert und das war gut so", erklärte Titz. Sie wüssten, dass sie das Spiel hergegeben hätten. "Und da haben sie innerhalb der Kabine eine Reaktion gezeigt und auch auf dem Trainingsplatz. Das hat man auch daran gemerkt, dass eine gewisse Leistungsschärfe mit dabei war. Die Spieler wollten direkt zeigen: Hey, das passiert uns nicht mehr."

Die 96er waren klar überlegen, zwei der drei Gegentreffer erzielte Cottbus per Straf- und Freistoß. "An dem Tag sind die Dinge leider maximal gegen uns gelaufen", bilanzierte Titz. Doch der Coach habe gesehen, wie sich die Mannschaft über Wochen entwickelt habe und wisse, dass sich sein Team gegen Wolfsburg gut präsentieren werde.

Die 96er können wieder mit Offensivspieler Husseyn Chakroun planen. Die Wolfsburger haben keine kurzfristigen Ausfälle zu verzeichnen. Der dänische Abwehrspieler Joakim Maehle könnte wieder im Kader stehen, nachdem er am ersten Spieltag noch wegen seines Platzverweises im Relegations-Rückspiel aussetzen musste.

Quelle: dpa

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