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Niedersachsen & BremenTrockenheit prägt Ernte: weniger Getreide, Kartoffeln teurer

03.09.2026, 15:13 Uhr
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Mais ohne Kolben, kleine Kartoffeln, weniger Getreide: Hitze und Trockenheit beeinträchtigen die Ernte im Land. Die Folgen des Klimawandels seien unübersehbar, heißt es von der Landwirtschaftskammer.

Hannover (dpa/lni) - Trockenheit und Hitzeperioden mit Temperaturen um 40 Grad schmälern die Ernte vieler Landwirtinnen und Landwirte in Niedersachsen in diesem Jahr. Erträge bei Raps und Getreide seien durch Trockenheit und Hitze im Vergleich zum Vorjahr teils erheblich zurückgegangen, teilte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in ihrer Erntebilanz mit. Die Getreideernte etwa beläuft sich nach Berechnungen des Landesamtes für Statistik auf rund 5,5 Millionen Tonnen. Das sind 200.000 Tonnen weniger als im Vorjahr, was einem Minus von 3,4 Prozent entspricht.

Gleichzeitig sind laut der Landwirtschaftskammer die Produktionskosten für die Landwirte gestiegen. "Dadurch profitieren unsere Landwirtinnen und Landwirte kaum von den etwas besseren Marktpreisen", sagte Kammerpräsident Gerhard Schwetje laut einer Mitteilung. Trotz stabilerer Preise stünden viele Betriebe wirtschaftlich unter Druck, hieß es.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer waren zwar die Aussaatbedingungen im Herbst 2025 günstig, im März und April folgte dann aber eine erste "ausgeprägte Trockenheit". Eine weitere Trockenperiode und Hitze gab es in den Sommermonaten. Das setzte je nach Kultur, Standort und Entwicklungsstadium den Pflanzen zu. "Die Folgen des Klimawandels sind unübersehbar", teilte die Landwirtschaftskammer dazu mit. Vor allem in einem Streifen zwischen dem Emsland im Westen und Lüneburg im Osten sowie in den Kreisen Peine, Gifhorn und Lüchow-Dannenberg fehlte Niederschlag.

Trockenheit beeinträchtigt Wachstum von Kartoffeln und Mais

Die Trockenheit macht laut den Landwirten auch Kartoffeln und Mais zu schaffen. Nach einem Überangebot im vergangenen Jahr sei der Markt für Kartoffeln nun mit einer deutlich reduzierten Anbaufläche zwar auf einem Erholungskurs. Doch fehlender Regen und Hitze ließen Einbußen bei Qualität und Menge der Kartoffel-Haupternte, die nun ansteht, erwarten, hieß es. Durch ein geringeres Angebot werden steigende Erzeugerpreise erwartet.

Beim Mais verhindere Trockenstress mancherorts die Blüte, sodass sich keine Kolben bildeten. Betroffene Bestände müssten dann vorzeitig gehäckselt werden, teilte die Kammer mit. Auch beim Mais werden Ertragseinbußen erwartet.

Anpassungsstrategien an Wetterextreme

"Das Erntejahr 2026 ist eine weitere Bestätigung dafür, wie wichtig es ist, mit Hilfe einer ausgeklügelten Fruchtfolgeplanung Risiken durch Extremwetter so gering wie möglich zu halten", betonte Kammerpräsident Schwetje. Landwirte, die Kulturen und innerhalb dieser auch Sorten mit möglichst weit auseinanderliegenden Reife- und Ernte-Zeitpunkten hätten, streuten das Risiko von Ertragseinbußen bestmöglich. Auch eine möglichst flache, wassersparende Bodenbearbeitung und die Aussaat von trockenheitstoleranten Getreidesorten könnten weitere Anpassungsstrategien gegen Wetterextreme sein, hieß es.

Quelle: dpa

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