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Nordrhein-WestfalenBUND: Buckelwal-Schicksal Weckruf für den Naturschutz

23.04.2026, 14:25 Uhr
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Auch in NRW bewegt der vor der Ostsee gestrandete Buckelwal die Gemüter. Ein Umweltexperte gewinnt der Rettungsaktion trotz Kritik auch etwas Positives ab.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Schicksal des vor der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Buckelwals sorgt auch für Debatten im entfernten Nordrhein-Westfalen. Der Landesvorsitzende der Umweltorganisation BUND, Holger Sticht, sieht die Rettungsaktion für den Meeressäuger nicht nur negativ.

An der Initiative sei auch zu sehen, "dass es Wege gibt, Menschen von dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu überzeugen und klarzumachen, dass das von entscheidender Bedeutung ist", sagte Sticht in Düsseldorf auf die Frage, wie er die Rettungsaktion bewerte. Für ihn zeige die Diskussion um den Buckelwal, der eigentlich nicht zu retten sei, dass es immer noch einen Großteil von Menschen gebe, für die Natur- und Umweltschutz eine zentrale Rolle spiele.

Lebensgrundlagen schützen

"Dass sich das dann abbildet an einem solchen Beispiel, an einem einzigen Individuum, das mag man für kritikwürdig halten", räumte Sticht ein. "Das liegt aber vielleicht daran, dass es vielen Menschen noch gar nicht klar ist, wie brenzlig unsere Situation ist und welchen Weg sie persönlich dazu finden können, unsere natürlichen Lebensgrundlagen besser zu schützen, als das bisher der Fall war."

Für den gestrandeten Buckelwal ist eine private Rettungsaktion angelaufen. Seitdem der Meeressäuger vor Poel liegt, läuft eine hitzige Diskussion, ob versucht werden solle, den geschwächten Wal zu retten oder ihn seinem Schicksal zu überlassen.

Moby Dick im Rhein

Auch NRW hat Erfahrungen mit einem verirrten Wal gemacht - das Ereignis liegt aber schon 60 Jahre zurück. 1966 schwamm ein etwa vier Meter langer Beluga den Rhein hinauf bis nach Bonn und bekam den Namen Moby Dick. Die Menschen standen in Scharen am Flussufer, um den Besucher aus der Arktis zu sehen. Auch damals gab es umstrittene Rettungsversuche. Während der rund vier Wochen im Rhein verlor Moby Dick sein strahlendes Weiß, sah zunehmend scheckig und grau aus. Nach mehreren Kehrtwendungen erreichte er wieder die Nordsee.

Quelle: dpa

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