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Nordrhein-WestfalenBethel-Chef warnt: Sparpläne gefährden Inklusion

10.07.2026, 15:02 Uhr
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Streicht die Politik Fahrdienste, bleiben viele Menschen mit Behinderung zu Hause. Das befürchtet ein großer Stiftungsverband - die Folgekosten könnten steigen.

Bielefeld (dpa/lnw) - Vor den Folgen von finanziellen Einschnitten bei der Eingliederungs- sowie der Kinder- und Jugendhilfe warnen die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Laut einem Vorschlag bei den Verhandlungen zur Senkung von Sozialkosten zwischen Bund, Ländern und Kommunen sollen Fahrtkosten für den Transport in die Werkstätten gestrichen werden und die Betroffenen dafür mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren. "Ein Großteil bliebe dann Zuhause, weil der Nahverkehr nicht barrierefrei ist", warnt Pastor Bartold Haase bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für das Jahr 2025.

Andere könnten wegen psychischer Belastung eine Fahrt im öffentlichen Raum nicht meistern. "Auf dem Papier sind die Fahrdienste nur eine kleine Sparmaßnahme. In Wahrheit schließt sie sehr viele Menschen vom Arbeitsleben aus. Und schafft teure Folgekosten", sagte Haase, der im Februar Ulrich Pohl als Vorstandsvorsitzender abgelöst hat. Der Pastor war in den Ruhestand gewechselt.

Der neue Vorstandschef hat in Bielefeld erstmals die Bilanzzahlen und den Jahresbericht 2025/2026 vorgestellt. Bethel hat 2025 mit dem Betrieb von Krankenhäusern, Behindertenwerkstätten, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen und Hospizen einen Gewinn von 13,828 Millionen Euro erzielt. Das ist ein Plus 23 Prozent. Bei dem gemeinnützigen Stiftungsverbund wird jeder Euro Gewinn wieder in die Aufgaben des Stiftungsverbundes investiert.

Bethel plant höhere Investitionen

Bei den Investitionen lag die Summe 2025 bei 86,0 Millionen Euro. Für das laufende Jahr plant der Vorstand hier mit einem deutlichen Anstieg auf 105,1 Millionen Euro. Erstmals stieg die Zahl der Beschäftigten an 300 Standorten in acht Bundesländern mit 25.897 über die Marke von 25.000. Das ist ein Plus von 4,1 Prozent. Dabei machen die Ausgaben für das Personal den Hauptanteil der Finanzen aus (71,9 Prozent). Die Personalkosten pro Monat lagen im vergangenen Jahr bei 122 Millionen Euro.

Das diakonische Unternehmen betreibt in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz Standorte. Die knapp 26.000 Mitarbeiter haben im vergangenen Jahr 270.000 Menschen behandelt, betreut, beraten oder gepflegt. Die Gesamterträge, vergleichbar mit Umsätzen in der Wirtschaft, lagen 2025 bei 2,05 Milliarden Euro. Das ist im Vorjahresvergleich ein Plus von 3,7 Prozent.

Quelle: dpa

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