Nordrhein-WestfalenBewährungsstrafe: Mutter veruntreut 18.500 Euro von Tochter

Als die Tochter im Krankenhaus liegt, erteilt sie der Mutter eine Kontovollmacht. Erst zwei Jahre später fällt ihr auf: Ihre Mutter hat immer wieder Geld ohne ihr Wissen abgehoben.
Schieder-Schwalenberg/Detmold (dpa/lnw) - Über zwei Jahre hinweg hat eine Mutter aus Schieder-Schwalenberg im Kreis Lippe sich immer wieder am Konto ihrer erwachsenen Tochter bedient und das Geld für sich behalten. Nun ist die 72-Jährige wegen der Veruntreuung von insgesamt 18.500 Euro vom Amtsgericht Detmold zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, wie ein Sprecher sagte.
Das Schöffengericht sah es demnach als erwiesen an, dass die 72-Jährige immer wieder mit einer ihr überlassenen Bankkarte Geld vom Konto ihrer Tochter abhob. Eine entsprechende Vollmacht hatte diese ihr erteilt, als sie mit einer lebensbedrohlichen Krankheit in einer Klinik lag. Erst viel später stellte sie fest, dass über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren immer wieder größere Geldbeträge fehlten - ohne ihr Wissen, wie sie angab. Erst als sie den Fall zu Anzeige brachte, habe die Mutter das Geld schließlich zurückgezahlt.
Vor Gericht bestritt die Angeklagte, dass sie das Geld für sich behalten habe. Vielmehr habe sie es für ihre Tochter ausgegeben. Außerdem habe ihre Tochter ihr eine Bezahlung für Pflegeleistungen zugesagt. Dem folgte das Gericht nicht. Die Mutter habe keine Nachweise vorbringen können. Auch habe die Tochter angegeben, nicht von ihrer Mutter gepflegt worden zu sein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.