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Nordrhein-WestfalenDer erste Schultag: Fünf Tipps für einen sicheren Weg

25.08.2026, 05:02 Uhr
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Mit Reflektoren am Ranzen werden Kinder bis zu 140 Meter weit gesehen – dunkle Kleidung schafft nur 25 Meter. Wie Eltern mit einfachen Tricks für mehr Sicherheit sorgen.

Köln (dpa/lnw) - Für rund 170.000 Mädchen und Jungen in Nordrhein-Westfalen beginnt ab dem 2. September die Schulzeit - eine aufregende neue Erfahrung. Wie kommen die Kinder sicher zur Schule und wieder nach Hause? Dazu fünf Tipps des ADAC.

1. Schulweg vorher üben - und die Rollen tauschen

Damit die Kinder sicher und zunehmend selbstständig zur Schule kommen, empfiehlt der ADAC, den Schulweg schon vor dem ersten Schultag gemeinsam zu üben. "Eltern sollten eine Route mit möglichst wenigen Gefahrenstellen auswählen. Ein kleiner Umweg kann die bessere Wahl sein, wenn sich dadurch beispielsweise unübersichtliche Kreuzungen oder schwierige Straßenüberquerungen vermeiden lassen", sagt ADAC Verkehrsexperte Roman Suthold.

Idealerweise gehen Eltern die Strecke vor dem Schulstart mehrmals gemeinsam mit ihrem Kind ab - und zwar zu den Zeiten, zu denen tatsächlich Schulverkehr herrscht.

Wichtig sei, dass Eltern ihre Kinder nicht ständig ermahnen und meckern, sondern loben, wenn sie etwas richtig gemacht haben. Hilfreich sei dabei ein Rollentausch: Das Kind übernimmt die Führung, zeigt den Eltern den Schulweg und erklärt, worauf es an den einzelnen Stellen achten muss. So lässt sich gut erkennen, wo bereits Sicherheit vorhanden ist und wo noch Übungsbedarf besteht, rät der ADAC.

2. Anfangs mit Erwachsenen und in der Gruppe

Gerade in den ersten Schulwochen sollten Eltern ihre Kinder noch begleiten. Eine Möglichkeit sind auch sogenannte "Laufbusse": Mehrere Kinder gehen gemeinsam auf einer festgelegten Route zur Schule und werden zunächst von einem Erwachsenen begleitet. An vereinbarten "Haltestellen" schließen sich weitere Kinder an. Gemeinsam mache der Schulweg mehr Spaß, sagt Suthold.

Für den Schulweg sollten Familien morgens ausreichend Zeit einplanen. Wer spät dran ist, wird unaufmerksamer und trifft möglicherweise riskante Entscheidungen. Das gilt besonders beim Überqueren von Straßen.

3. Gut sichtbar

Die Sichtbarkeit spielt eine wichtige Rolle. Selbst wenn es zum Schulstart morgens noch früh hell wird, können Regen oder Nebel die Sicht verschlechtern. Mit Reflektoren am Schulranzen und der Kleidung oder einer Sicherheitsweste sind Kinder auch bei schlechter Sicht bis zu 140 Meter weit zu erkennen. Zum Vergleich: In dunkler Kleidung werden Kinder erst ab einer Entfernung von 25 Metern wahrgenommen.

4. Nicht bis vor die Tür fahren

Grundsätzlich empfiehlt der ADAC, Kinder möglichst große Teile des Schulwegs zu Fuß zurücklegen zu lassen. Das hilft ihnen, Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln und bringt Bewegung in den Alltag. Wer sein Kind dagegen regelmäßig bis unmittelbar vor das Schultor fährt, nimmt ihm diese Lernmöglichkeiten.

Gleichzeitig können die sogenannten Elterntaxis rund um Schulen unübersichtliche und gefährliche Verkehrssituationen verursachen. Dadurch steige die Unfallgefahr, betont Suthold.

Wenn sich die Fahrt mit dem Auto nicht vermeiden lässt, sind Elternhaltestellen eine gute Alternative. Dort können Kinder in einiger Entfernung von der Schule aussteigen und die letzten hundert Meter zu Fuß zurücklegen - idealerweise gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern.

5. Autofahrer: Tempo rausnehmen, bremsbereit sein

Zum Schulstart sind alle Verkehrsteilnehmer gefragt. Autofahrer sollten vor allem in der Nähe von Schulen, Bushaltestellen und in Wohngebieten besonders aufmerksam und bremsbereit fahren. Kinder könnten Geschwindigkeiten und komplexe Verkehrssituationen noch nicht so zuverlässig einschätzen wie Erwachsene, sagte der Experte. Wegen ihrer geringeren Körpergröße werden sie zudem zwischen parkenden Fahrzeugen oder anderen Sichthindernissen leicht übersehen.

"Kinder reagieren im Straßenverkehr manchmal spontan und für Autofahrer unerwartet. Deshalb gilt gerade dort, wo viele Schulkinder unterwegs sind: Tempo rausnehmen, aufmerksam bleiben und jederzeit damit rechnen, dass ein Kind plötzlich auf die Fahrbahn tritt", erklärt Suthold. Besondere Vorsicht sei an Bushaltestellen geboten.

Quelle: dpa

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