Nordrhein-WestfalenEltern vor Gericht: Baby brutal misshandelt?

Vor fast zwei Jahren wurde in Meerbusch ein Baby in schrecklichem Zustand zum Kinderarzt gebracht. Nun hat am Landgericht Düsseldorf der Prozess gegen die Eltern begonnen.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach der Misshandlung eines acht Wochen alten Babys in Meerbusch hat in Düsseldorf der Prozess gegen die Eltern des Kindes begonnen. Dem 27-jährigen Vater wird von der Staatsanwaltschaft Kindesmisshandlung vorgeworfen. Die Mutter des Babys soll Beihilfe geleistet haben, indem sie die Übergriffe zuließ und nichts unternahm.
Der Verdacht kam ans Licht, als die Mutter mit dem Säugling vor fast zwei Jahren zum Kinderarzt ging. Die Kinderärztin stellte nicht nur fest, dass das Baby völlig dehydriert war. Sie stieß auch auf blaue Flecken, Verbrennungen, einen Bruch der Hand und einen lebensgefährlichen Halswirbelbruch. Die Medizinerin verständigte die Polizei.
Die Mutter habe ihrem Mann damals geglaubt, sagte ihr Verteidiger vor dem Prozess. Der habe erklärt, die Tochter habe sich bei kleinen Unfällen und Ungeschicklichkeiten immer wieder selbst verletzt. Das inzwischen zweijährige Mädchen lebe in einer Pflegefamilie, sagte er.
Richter lehnt Verständigung ab
Zum Auftakt kündigte die Verteidigerin des Vaters eine schriftliche Erklärung zu den Vorwürfen an. Der Vater hatte sich nach Gerichtsangaben vorher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Eine Strafabsprache in einem nicht öffentlichen Rechtsgespräch hatte der Vorsitzende Richter zuvor abgelehnt: "Der Sachverhalt ist nicht geeignet für eine Verständigung."
Dafür folgte das Gericht dem Antrag der Verteidiger, die Öffentlichkeit während der Aussage der mittlerweile geschiedenen Eltern auszuschließen. Für den Prozess sind bis Anfang März noch fünf weitere Verhandlungstage angesetzt.