Nordrhein-WestfalenGeständnis nach Drogenfund in Solarmodulen in Paderborn

Ein ungewöhnliches Drogenversteck führt vor Gericht: Die beiden Angeklagten legen ein Geständnis ab - ein Kind im Krankenhaus hatte alles ausgelöst.
Paderborn (dpa/lnw) - Im Prozess um einen Drogenfund in Solarmodulen haben die beiden Angeklagten am ersten Verhandlungstag ein Geständnis abgelegt. Vor dem Landgericht Paderborn gab das heute getrennt lebende Paar zu, dass die Drogen im Straßenverkaufswert von rund fünf Millionen Euro nach Saudi-Arabien geschmuggelt werden sollten. Aufgeflogen war der Plan allerdings wegen einer ganz anderen Sache.
Die zweijährige Tochter der 25 Jahre alten Frau und des Mannes (28) war mit Vergiftungssymptomen ins Krankenhaus gekommen. Die Ärzte diagnostizierten eine Amphetamin-Vergiftung. Das Kind muss unbemerkt eine der Drogenpillen geschluckt haben. Die Polizei entdeckte bei den Ermittlungen zu der Vergiftung in der Wohnung der Angeklagten in Beverungen im Kreis Höxter unter Einsatz eines Drogenspürhundes die synthetischen Drogen.
Bei der Durchsuchung stießen die Ermittler auf 320.000 Pillen. Etwa 150.000 Pillen waren noch in Tüten verpackt, der größere Teil aber steckte in Kunstharz eingeschweißt in Solarmodulen. Das Captagon sollte in dieser Tarnung nach Saudi-Arabien geschmuggelt werden.
Der 28-Jährige räumte ein, im Auftrag eines Drahtziehers aus Kassel mit diesem gemeinsam die Solarpaneele präpariert zu haben. Seine Lebensgefährtin, die sich mittlerweile von ihm getrennt hat, ist der Beihilfe angeklagt, weil sie gegen Bezahlung ihre Wohnung zur Verfügung gestellt haben soll.