Nordrhein-WestfalenIG Metall ruft zu Protesten gegen Sozialabbau auf

Von Köln bis Lüdenscheid: IG Metall will an 14 Orten gegen Leistungskürzungen demonstrieren. Die Gewerkschaft hofft, dass aus diesen Protesten noch mehr wird.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Die IG Metall in Nordrhein-Westfalen macht mobil gegen einen von der Gewerkschaft befürchteten Sozialabbau in Deutschland. Von Anfang bis Mitte Juli sind dazu an 14 Orten Kundgebungen und Demonstrationen geplant. Damit wolle man ein sichtbares Zeichen gegen die zunehmenden Angriffe auf den Sozialstaat setzen, teilte die IG Metall mit. Auch andere DGB-Gewerkschaften würden sich an den Protesten beteiligen.
"Während die Beschäftigten täglich dafür sorgen, dass der Laden läuft, müssen sie sich immer wieder anhören, sie seien zu teuer, zu oft krank oder zu alt", hieß es. Diskutiert würden längere Arbeitszeiten, spätere Renteneintritte und Kürzungen beim Sozialstaat. "Hart erkämpfte Rechte wie der Achtstundentag oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall werden infrage gestellt."
Die Proteste seien als Start einer Bewegung für soziale Gerechtigkeit, sichere Arbeitsplätze und eine faire Zukunft zu verstehen. Man rechne mit jeweils einer dreistelligen Teilnehmendenzahl, in Köln und Duisburg auch mit einer vierstelligen.
Protest gegen Leistungskürzungen
"Uns geht es hauptsächlich darum, den Finger zu heben und deutlich zu machen, dass es so nicht weitergeht", sagte NRW-Bezirksleiter Knut Giesler. Von explodierenden Kosten könne keine Rede sein. Falschbehauptungen über explodierende Kosten der Sozialsysteme dienten fast immer dazu, Leistungskürzungen zulasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu legitimieren. Arbeitgeberverbände und Wirtschaftslobbyisten seien an sinkenden Sozialbeiträgen und geringen Steuersätzen interessiert.
Den Auftakt macht eine Kundgebung in Köln am 1. Juli und der Überschrift "Basta - Sozialstaat verteidigen". Im Ruhrgebiet stehen die Kundgebungen unter dem Slogan "Ruhrpott Rebellion". Am 11. Juli ist im Ruhrgebiet eine Fahrraddemo geplant, die in Essen enden soll. Die Veranstaltungsreihe soll am 18. Juli in Lüdenscheid enden, wo eine Kundgebung unter dem Motto "Aufgemärkt - Hände weg vom Sozialstaat" geplant ist.