Nordrhein-WestfalenKabarettist Konrad Beikircher in Bonn beigesetzt

Er galt als vielseitiger Künstler und war in NRW einer der beliebtesten Kabarettisten. In seiner Wahlheimat Bonn ist Konrad Beikircher nun beigesetzt worden. Viele Weggefährten nahmen Abschied.
Bonn (dpa/lnw) - Er hielt den Rheinländern auf feine Art den Spiegel vor und erreichte damit ein Publikum weit über die Region hinaus. Nun ist der Kabarettist Konrad Beikircher in Bonn beigesetzt worden. Familie, Freunde, Weggefährten und Bürger verabschiedeten sich zuvor bei einem Gottesdienst im Bonner Münster.
Während der öffentlichen Trauerfeier ging es nicht nur traurig zu. So sangen etwa Günther "Bömmel" Lückerath, Gründungsmitglied der Mundart-Band "Bläck Fööss", und Kabarettist Jürgen Becker zum Abschied das Lied "Unsere Stammbaum" - eine kölsche Hymne darauf, dass im Rheinland jeder willkommen ist. "Der Konrad hat das Rheinland geliebt. Und nur die Besten sind ja eigentlich hiergeblieben, und der Konrad gehörte zu den Besten", sagte Lückerath.
Im Anschluss wurde der Sarg in einem Trauermarsch zum Alten Friedhof getragen. Auf dem Friedhof in der Bonner Innenstadt sind zahlreiche prominente Künstlerinnen und Künstler bestattet, etwa das Komponisten-Paar Robert und Clara Schumann.
Mehrfach ausgezeichneter Künstler
Beikircher war am 28. Juli im Alter von 80 Jahren gestorben. Der gebürtige Südtiroler lebte 60 Jahre im Rheinland. Er studierte Musikwissenschaften und Psychologie, arbeitete später als Gefängnispsychologe in der JVA Siegburg. Mitte der 1980er Jahre kündigte er und entschied sich ganz fürs Kabarett.
Für seine Verdienste um die Mundart und den Erhalt des Dialekts wurde er mehrfach ausgezeichnet. Schon sein erstes Kabarettprogramm "Himmel un Ääd", wurde ein großer Erfolg. Es erschien später auch als Buch. In NRW galt er als einer der populärsten Kabarettisten. Aber auch bundesweit machte er sich einen Namen als Bühnenkünstler, Musiker und Autor.
Der Kabarettist hinterlässt fünf Kinder. Zuletzt kämpfte er mit vielen gesundheitlichen Einschränkungen. Trotzdem hatte er sechs Wochen vor seinem Tod noch auf der Bühne gestanden.