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Nordrhein-WestfalenKind vergiftet: Haft und Bewährung nach Amphetamin-Fund

30.07.2026, 15:29 Uhr
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320.000 Pillen, ein Teil davon versteckt in Solarpaneelen – nach dem Drogenfund hat das Landgericht Paderborn die Urteile verkündet.

Paderborn (dpa/lnw) - Wegen des Handelns mit mehr als 65 Kilogramm Captagon-Tabletten hat das Landgericht Paderborn ein ehemaliges Paar aus Beverungen im Kreis Höxter verurteilt. Nachdem im Januar die kleine Tochter der 25 und 28 Jahre alten Angeklagten mit einer Amphetamin-Vergiftung ins Krankenhaus gekommen war, fanden Drogenfahnder in der Wohnung der Mutter insgesamt 320.000 Pillen der synthetischen Droge. Das Kind muss unbemerkt zuvor eine der Drogenpillen geschluckt haben.

Etwa 150.000 Pillen waren noch in Tüten verpackt, der größere Teil mit Kunstharz in 14 Solarpaneelen eingeschweißt, in denen sie nach Saudi-Arabien geschmuggelt werden sollten. Der 28-jährige Vater des Mädchens gestand im Prozess, für einen Drahtzieher aus Kassel mit diesem gemeinsam die Solarpaneele präpariert zu haben. Dass er den Hintermann identifizierte, rechnete ihm die 1. große Strafkammer strafmildernd an und verhängte wegen Drogenhandels eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Zudem muss er wegen einer Drogenabhängigkeit eine Langzeittherapie im Maßregelvollzug absolvieren.

Seine ehemalige Lebensgefährtin kam wegen Beihilfe mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davon. Beiden habe der Hintermann zusammen 20.000 Euro für ihre Dienste versprochen, die jedoch nie bezahlt wurden. Der Straßenverkaufswert des Captagon soll mehr als 5 Millionen Euro betragen. Ein Teil der Pillen war jedoch durch Kontakt mit dem Kunstharz mutmaßlich unbrauchbar.

Quelle: dpa

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