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Nordrhein-WestfalenMuseum Folkwang zeigt Gustave Courbet als Maler-Rebell

16.07.2026, 11:01 Uhr
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Das einfache Leben, unverfälschte Natur und ein tabuloser Blick auf weibliche Nacktheit: In einer großen Retrospektive zeigt das Museum, was den großen Realisten zum widerständigen Künstler machte.

Essen (dpa/lnw) - In einer großen Retrospektive auf das Schaffen des französischen Realisten zeigt das Museum Folkwang Gustave Courbet als rebellischen Wegbereiter der Moderne. Ab Freitag sind in Essen rund 100 Werke aus allen Schaffensphasen des Franzosen zu sehen - darunter auch berühmte Selbstbildnisse und das einst skandalträchtige "L'Origine du monde" (Der Ursprung der Welt).

Das Gemälde rückt den Unterkörper einer nackten Frau mit geöffneten Schenkeln in den Mittelpunkt. Der 1866 entstandene Akt schockierte den Kunstbetrieb so sehr, das es Jahrzehnte lang nicht öffentlich gezeigt werden durfte.

Ein Rebell, der mit Schönheitsidealen seiner Zeit brach

Die Schau "Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell" zeigt das Hauptwerk und weitere Frauenbildnisse in einem eigenen Saal. Mit solchen Darstellungen habe er sich von Idealen akademischer Schönheit gelöst und Frauen mit einer bis dahin ungewohnten Direktheit dargestellt, heißt es in einer Ankündigung des Museums.

Auch die übrigen Kapitel der Ausstellung rücken demnach Courbets Rolle als unabhängige und streitbare Künstlerpersönlichkeit in den Mittelpunkt. Zu sehen sind Selbstporträts, in denen er sich als Einzelgänger inszenierte, sowie zahlreiche Landschaften, die ihn als intensiven Naturbeobachter ausweisen.

Indem er sich gegen die idealisierte Ästhetik seiner Zeit wandte und stattdessen das Leben einfacher Menschen thematisierte, habe er auch ein neues Künstler-Selbstverständnis geprägt, teilt das Museum mit.

Die Schau, die in Zusammenarbeit mit dem Leopold Museum in Wien entstand und dort bereits 130.000 Besucher und Besucherinnen verzeichnete, ist bis zum 8. November zu sehen.

Quelle: dpa

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