Nordrhein-WestfalenNoch kein Tarifabschluss im NRW-Nahverkehr

Im Tarifstreit um den kommunalen Nahverkehr werden sich Verdi und der Arbeitgeberverband weiter nicht einig. Für die Fahrgäste dürfte das Folgen haben - die Gewerkschaft deutet weitere Maßnahmen an.
Bochum (dpa/lnw) - Auf Millionen Fahrgäste des kommunalen Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen könnten weitere Warnstreiks zukommen. Die zweite Verhandlungsrunde zwischen dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW und der Gewerkschaft Verdi ging am Dienstag in Bochum ergebnislos zu Ende, wie Verdi mitteilte. Ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite liege weiterhin nicht vor, kritisierte die Gewerkschaft. Der Katalog des Kommunalen Arbeitgeberverbandes enthalte im Gegenteil sogar Verschlechterungen. "Wir haben die Tür bis zum Ende der Verhandlungen offengehalten. Statt Bewegung erleben wir Rückschritt", kritisierte Heinz Rech, Verhandlungsführer von Verdi NRW. Die Tarifkommission werde nun über das weitere Vorgehen beraten. Am Mittwoch wolle die Gewerkschaft über die nächsten Schritte informieren. Welche Schritte das sein werden, teilte Verdi zunächst nicht mit.
Die Arbeitgeber seien "mit einer klaren Angebotsstruktur" in die Verhandlungen gegangen, sagte Torsten Herbert, Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes NRW. Die Gegenseite habe allerdings abgelehnt, bis zur dritten Verhandlungsrunde am 24. und 25. März in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe nach Lösungen zu suchen.
Mehrere Warnstreiks in den vergangenen Wochen
Die erste Verhandlungsrunde für rund 30.000 Beschäftigte in mehr als 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW war bereits am 21. Januar ohne Ergebnis geblieben. Ohne spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen werde es nicht gelingen, den Personalmangel im Nahverkehr zu beheben, argumentierte die Gewerkschaft.
Die Arbeitgeberseite hatte eingangs auf eine desolate Finanzlage der kommunalen Nahverkehrsunternehmen und der Kommunen sowie bereits erfolgte Steigerungen in den vergangenen Jahren verwiesen.
Mehrere Warnstreiks legten in den vergangenen Wochen große Teile des kommunalen Nahverkehrs in NRW lahm. Nach einer früheren Einschätzung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen befördern die kommunalen Verkehrsbetriebe in NRW pro Tag im Durchschnitt etwa fünf Millionen Fahrgäste. Da es oft Hin- und Rückfahrten sind, könnten es etwa 2,5 Millionen tägliche Nutzer sein.