Nordrhein-WestfalenPolizeimitarbeiter sammelt Kinderporno-Dateien - Haftstrafe

Ein Informatiker im Dortmunder Polizeipräsidium hat jahrelang kinderpornografische Dateien gesammelt und getauscht. Jetzt wurde er verurteilt.
Dortmund (dpa/lnw) - Ein Informatiker aus dem Dortmunder Polizeipräsidium ist wegen sexuellen Missbrauchs sowie Besitzes und Verbreitens von Kinderpornografie verurteilt worden. Die Richter am Dortmunder Landgericht verhängten gegen den geständigen 43-jährigen Mann am Mittwoch acht Jahre Haft.
Festplatten sichergestellt
Bei den Ermittlungen gegen den Angeklagten wurden im März 2025 zahlreiche Festplatten und Speicherkarten sichergestellt. Diese zeigten laut Urteilsbegründung "teilweise den schwersten sexuellen Missbrauch von weiblichen Säuglingen und Kleinkindern".
Der Angeklagte hatte im Prozess ein volles Geständnis abgelegt. Er hatte im Darknet über Jahre hinweg zahlreiche Dateien mit anderen Nutzern getauscht. Nach Angaben des Gerichts konnte der Informatiker nicht ausschließen, "dass er dabei auch Dateien verwendete, die er im Rahmen seiner Tätigkeit für die Polizei erhalten hatte".
Pädophile Störung
Ein psychiatrischer Sachverständiger attestierte dem Angeklagten eine pädophile und voyeuristische Störung. Seine Schuldfähigkeit sei im Tatzeitraum jedoch nicht vermindert oder gar aufgehoben gewesen.
Zahlreiche Zeugen hatten den 43-Jährigen im Prozess als ruhigen und unauffälligen Menschen beschrieben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.