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Nordrhein-Westfalen Patientinnen tot: Arzt nach Po-Vergrößerungen vor Gericht

Ein Chirurg hält im OP ein Skalpell in der Hand. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

(Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild)

Ein stattlicher Po ist zu einem weltweiten weiblichen Schönheitsideal geworden. Operative Gesäßvergrößerungen haben Hochkonjunktur. Doch nach Todesfällen muss ein Düsseldorfer Arzt nun vor Gericht.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Zwei Frauen haben den Wunsch nach einem größeren Po in Düsseldorf in die Tat umgesetzt und sich ihr Gesäß mit körpereigenem Fett aufspritzen lassen. Kurze Zeit später waren sie tot. Nun steht ihr Operateur wegen Körperverletzung mit Todesfolge von heute an vor dem Düsseldorfer Landgericht.

Der Arzt bot jahrelang Po-Vergrößerungen ("Brazilian Butt Lift") mittels Eigenfett-Implantation an. Eine Methode, die von plastischen Chirurgen wegen ihres Sterberisikos kritisch gesehen wird, weil Fettgewebe in die Blutbahnen gelangen und eine Embolie auslösen kann.

Die Anklage stützt sich auf Gutachten, die dem Operateur mehrere Behandlungsfehler vorwerfen: Er habe nicht ausreichend über die Risiken der Eingriffe aufgeklärt, zu viel Flüssigkeit eingespritzt, Eingriffe ambulant ohne Nachsorge und Anästhesisten durchgeführt, die stationär mit Anästhesist hätten erfolgen müssen.

Der Mediziner, der derzeit nicht praktizieren darf, bestreitet die Vorwürfe und führt mehrere Gegengutachten ins Feld.

© dpa-infocom, dpa:210927-99-385522/3

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