Nordrhein-WestfalenReul: Mann nach Schlägerei außer Lebensgefahr

Castrop-Rauxel/Berlin (dpa/lnw) - Nach einer Massenschlägerei in Castrop-Rauxel ist ein 23-Jähriger außer Lebensgefahr. Das sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Am Donnerstagabend waren zwei größere Gruppen aufeinander losgegangen, mehrere Menschen waren dabei verletzt worden. Ein Polizeisprecher hatte zunächst von einer lebensgefährlich verletzten Person, zwei Schwerverletzten und vier Leichtverletzten berichtet.
Etwa 50 Menschen seien aufeinander zugelaufen und hätten "aufeinander eingeprügelt", sagte Reul weiter. Dabei seien auch Dachlatten verwendet worden. "Das ist ein nicht zu akzeptierender Tatbestand." Die Polizei habe die Identitäten festgestellt. Nun gehe es darum, die Taten einzelnen Personen aus den Gruppen zuzuordnen. Eine Mordkommission der Polizei Recklinghausen ermittle wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Es gebe unter anderem auch Videoaufnahmen von der Lage, die ausgewertet werden müssten. "Das ist kriminalistische Kleinarbeit", sagte Reul.
Die Hintergründe der Schlägerei waren zunächst unklar. Es gebe Indizien, dass der Fall etwas mit dem Clanmilieu zu tun haben könne, sagte der Innenminister. Abschließend lasse sich das aber noch nicht zuordnen. Der zuständige Oberstaatsanwalt Carsten Dombert sagte dagegen, es gebe bislang noch keine Hinweise auf einen kriminellen Hintergrund. Nach ersten Ermittlungen sei der Grund für die Auseinandersetzung eher im zwischenmenschlichen Bereich zu finden. Die Beteiligten sollen sich gekannt haben, teils Nachbarn gewesen sein. Der zunächst lebensgefährlich Verletzte sei syrischer Staatsbürger, sagte Reul außerdem. Weitere Angaben zu Nationalitäten machte er zunächst nicht.