Nordrhein-WestfalenSchulstraßen und Zufahrtskontrollen zum Schutz von Kindern

Automatische Poller, digitale Schranken und Apps: NRW testet neue Wege, um Kinder vor Schulen besser vor Unfallrisiken abzuschirmen. Was die Kommunen dafür tun können.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Immer mehr Kommunen in Nordrhein-Westfalen bemühen sich, die Sicherheit von Kindern mit sogenannten Schulstraßen und technischen Zufahrtskontrollen zu erhöhen. Mittlerweile gebe es in NRW landesweit 93 Schulstraßen, teilte das Verkehrsministerium in Düsseldorf mit. Schulstraßen verringern den Autoverkehr vor den Schulen, indem sie zu den Bring- und Abholzeiten vorübergehend für den motorisierten Verkehr gesperrt werden.
Die Nachfrage wächst den Angaben zufolge: Etwa 60 weitere Kommunen hätten sich schon mit konkreten Anfragen an die landesweite Koordinierungsstelle gewandt. Das Verkehrsministerium empfiehlt, bei neuen Schulstraßen stets zu prüfen, ob Elternhaltestellen eingerichtet werden können. Dort können Kinder, die mit dem Auto gebracht werden, aussteigen und den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hob außerdem drei Modellprojekte hervor, die Verkehrsschilder "durch echte Zufahrtskontrolle ersetzen".
Wo mehr Sicherheit für Schulkinder erprobt wird
Die Stadt Wesseling installiert automatische, versenkbare Poller, um die Zufahrt zur Schulstraße zu regeln. Eine Kennzeichenerkennung sorgt dafür, dass berechtigte Fahrzeuge weiterhin durchfahren können.
In Lohmar entsteht rund um eine Schule ein System aus digitaler Schranke, Kennzeichenerkennung und visuellen Warnsystemen. So soll der Verkehr auf der Hauptzufahrt geregelt und Rückstau auf den Nebenstraßen vermieden werden.
Die Stadt Bocholt setzt unter anderem auf ein App-basiertes Zufahrtssystem mit Durchfahrtsgutscheinen sowie auf die Identifizierung berechtigter Fahrzeuge per Funksystem, ähnlich der kontaktlosen Bankkarte.