Nordrhein-WestfalenSoest soll Ausbildungsstandort der Bundeswehr werden

Noch wird die ehemalige Kaserne in Soest für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt, doch eine militärische Wiedernutzung wird konkreter. Die Bundeswehr braucht Platz für den neuen Wehrdienst.
Soest (dpa/lnw) - Die aktuell noch vom Land für die Unterbringung von Geflüchteten genutzte Karnaal-van-Wessem-Kaserne in Soest soll nach dem Willen des Verteidigungsministeriums Bundeswehr-Standort werden. Das Ministerium nennt die ehemalige Kaserne in einer Mitteilung als eine von fünf Liegenschaften bundesweit, die kurzfristig für den neuen Wehrdienst zur Verfügung stehen sollen.
An dem Standort sollen so schnell wie möglich Ausbildungskapazitäten geschaffen werden, die für den zeitnahen Aufwuchs der Streitkräfte des Heeres nötig seien, hieß es. Um zeitgerecht vertragliche wie bauliche Maßnahmen zur militärischen Wiedernutzung der Gebäude umsetzen zu können, seien nun die erforderlichen Schritte zu ergreifen, teilte das Ministerium mit.
Finale Stationierungsentscheidung steht noch aus
Dazu zählt neben einer Absichtserklärung auch die Einleitung eines Landbeschaffungsverfahrens, durch das die Liegenschaft in den Besitz des Verteidigungsministeriums übergeht, hieß es weiter. In Soest seien entsprechende Gespräche mit den Beteiligten im kommenden September geplant. Welche Truppen genau in Soest stationiert sein sollen, stehe noch nicht fest, so eine Sprecherin des Ministeriums.
In der Kaserne waren nach dem Zweiten Weltkrieg jahrzehntelang belgische Truppen stationiert. Nach deren Abzug in den 1990er Jahren lag das Gelände nach Auskunft der Stadt Soest lange brach und wurde zuletzt vom Land als Zentrale Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete genutzt. Die Stadt Soest begrüßt die Pläne der Bundeswehr, weil sie sich dadurch wirtschaftliche Impulse erhofft.
Mönchengladbach ebenfalls noch im Blick der Bundeswehr
Konkretisiert hat das Ministerium daneben auch seine Nutzungsabsichten für den Neuen Wehrdienst für ehemalige Kasernen in Speyer und Kusel (Rheinland-Pfalz), Sigmaringen (Baden-Württemberg) und Friedberg (Hessen). Als weiterer geeigneter Standort in Nordrhein-Westfalen steht zudem noch das frühere Nato-Hauptquartier mit dem ehemaligen Wegberger Militärkomplex in Mönchengladbach im Fokus. Hier seien die Pläne aber noch nicht so weit fortgeschritten wie an den übrigen Standorten, hieß es aus dem Ministerium auf Nachfrage.