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Nordrhein-WestfalenTote Jungtiere im Zoo - Rückschlag für Luchs-Projekt in NRW

30.09.2026, 04:02 Uhr
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(Foto: Zoo Wuppertal/dpa)

Im Wuppertaler Zoo hat die Nachzucht von Luchsen in diesem Jahr mit gleich zwei Würfen begonnen. In beiden Fällen ist der Nachwuchs aber tot. Was der Zoo dazu erklärt und ob das Projekt weitergeht.

Wuppertal (dpa/lnw) - Im Wuppertaler Zoo hat die geplante Luchs-Nachzucht für die Wiederansiedlung der seltenen Raubkatze in Nordrhein-Westfalen einen Rückschlag erlitten. Luchskatze Missy hat zwar gleich zweimal in diesem Jahr Nachwuchs bekommen, wie der Wuppertaler Zoo auf Instagram mit einem zeitlichen Abstand mitteilte. Aber in beiden Fällen sind die Jungtiere tot. Jetzt liegen die Hoffnungen auf weiterem Nachwuchs im kommenden Frühjahr.

Bereits Ende Mai habe es eine Totgeburt gegeben. Im August habe Missy dann ein weibliches Jungtier zur Welt gebracht, das am folgenden Tag verstorben sei. Aufnahmen von Wildkameras zeigten, dass die Luchskatze im Umgang mit ihrem Jungtier sehr unsicher gewesen sei. "Sie trug es lange umher, es konnte jedoch nicht beobachtet werden, dass sie es säugte", schildert der Zoo. Laut einer Untersuchung hatte dieses Jungtier keine Nahrung aufgenommen.

Warum keine Aufzucht durch Menschen?

Auf eine Handaufzucht sei aus mehreren Gründen verzichtet worden. Dies könnte dazu führen, dass Jungtiere kein normales Sozialverhalten gegenüber Artgenossen entwickelten. Auch auf die Fortpflanzung und die eigene Aufzucht könnte sich das auswirken.

Der Zoo verwies darauf, dass der Nachwuchs des Luchspaares für eine Auswilderung infrage kommt. "Dafür ist es besonders wichtig, den Kontakt zu Menschen so gering wie möglich zu halten und den Tieren die Möglichkeit zu geben, ein natürliches Verhalten zu entwickeln."

Warum geht es bei dem Projekt?

Fast 300 Jahre nach dem Erlegen des letzten Luchses im heutigen NRW planen die Umweltschutzorganisation BUND und die NRW-Stiftung ein Projekt zur Wiederansiedlung. Ab 2030 sollen die ersten Tiere in die Freiheit entlassen werden. Der Luchs helfe, den Rehbestand zu regulieren und das Aas sei eine wichtige Nährstoffquelle für andere Tiere sowie Pflanzen. Außerdem soll NRW eine Brücke zwischen kleinen regionalen Populationen bilden und mit der Vernetzung der Genpools zu gesunden Luchs-Beständen beitragen.

Wie lange sind die Tiere schon in Wuppertal?

Der Zoo in Wuppertal beschäftigt sich mit der Zucht von Luchsen, um das Projekt für NRW voranzutreiben. Der junge Luchskater Viktor kam im Oktober 2025 aus dem Wildkatzendorf Hütscheroda in Thüringen. Luchskatze Missy wurde Anfang 2026 aus dem Wildpark Reuschenberg in Leverkusen geholt. Anfangs wurden die Tiere auf getrennten Außenanlagen untergebracht. Es habe sich gezeigt, dass sie gut harmonierten, erklärte der Zoo. Ein zweiter Wurf im August sei eine seltene Ausnahme. Sie gebe es vereinzelt auch in der Natur.

Quelle: dpa

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