Nordrhein-WestfalenWarnstreiks gehen an mehreren Unikliniken weiter

Vor der zweiten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt mit den Ländern will Verdi in NRW den Druck erhöhen. An drei Unikliniken laufen zweitägige Warnstreiks mit Auswirkungen auch auf die Patienten.
Köln/Essen/Bonn (dpa/lnw) - An den Unikliniken in Köln, Essen und Bonn gehen die mit Einschränkungen für Patienten verbundenen Warnstreiks am Mittwoch weiter. Nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi können an den drei Universitätskliniken Operationen nur stark reduziert stattfinden. Geplante aufschiebbare Termine seien bereits im Vorfeld abgesagt worden. Die Notfallversorgung sei durch Notdienstvereinbarungen abgesichert.
Bereits im Tagesverlauf gab es am Dienstag Warnstreiks an den drei Unikliniken sowie an der Uniklinik Düsseldorf. Auch an mehreren Hochschulen und Landeseinrichtungen hatte Verdi zu Warnstreiks aufgerufen. Landesweit beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 1.000 Beschäftigte an den Aktionen. Damit will Verdi in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder den Druck erhöhen, die an diesem Donnerstag fortgesetzt werden.
Für die 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder fordert Verdi sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnte dies als unbezahlbar ab. Die Gewerkschaft fordert die Vorlage eines Angebotes in der zweiten Verhandlungsrunde. "Ein starker öffentlicher Dienst ist kein Luxus, sondern unverzichtbar für einen funktionierenden und demokratischen Staat", sagte der Vize-Landesbezirksleiter Frank Bethke.
An den Unikliniken geht es um das Entgelt für Pflegerinnen und Pfleger, Labormitarbeiter, Verwaltungsmitarbeiter, Serviceassistenten und andere Beschäftigte. Um Ärzte geht es bei den Warnstreiks nicht, da deren Bezahlung über einen Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geregelt ist.