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Nordrhein-Westfalen Weiter Proteste am Tagebau Garzweiler

Demonstranten sitzen auf der L277, um den Abriss der Straße zu verhindern. Foto: Roberto Pfeil/dpa

(Foto: Roberto Pfeil/dpa)

Erkelenz (dpa/lnw) - Rund 50 Kohlegegner haben am Mittwoch erneut gegen den Abriss einer Landstraße für den Braunkohletagebau Garzweiler protestiert. Die Gruppe habe versucht, auf der Straße - der Asphalt sei bereits abgetragen - zu einem Bagger für die Abrissarbeiten vorzudringen, sagte eine Polizeisprecherin. Dies sei mit einer Polizeikette verhindert worden. In einem Fall hätten die Beamten dabei Zwang anwenden müssen, hieß es am Nachmittag in einer Mitteilung. Insgesamt 23 Aktivisten seien zur Feststellung der Identität kurzzeitig in Polizeigewahrsam gekommen.

Seit dem Wochenende gibt es Proteste gegen den Abriss der L277 im Erkelenzer Stadtteil Keyenberg im Kreis Heinsberg. Nach RWE-Angaben arbeitet sich der Tagebau nach Westen vor und erreicht in wenigen Wochen die betroffene Straße. Die Abrissarbeiten sollen demnach bis September dauern.

Die Landstraße wird von Kohlegegnern in den von Umsiedlung betroffenen Dörfern als eine Art Grenze verstanden, die die Braunkohlebagger nicht überschreiten sollen. Hinter der Straße liegen die Dörfer, die für die Braunkohle abgebaggert werden sollen.

Am Dienstag waren nach Protesten laut Polizei fünf Aktivisten in Gewahrsam genommen worden. Gegen sieben Beteiligte werde wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs ermittelt, hatte die Behörde mitgeteilt. Ein Mann hatte den Angaben zufolge versucht, bei den laufenden Abrissarbeiten auf eine Maschine zu steigen. Am Montag hatte ein Mann nach Polizeiangaben zeitweise einen Abrissbagger besetzt.

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