Nordrhein-WestfalenWüst: Solingen setzt Terroranschlag Solidarität entgegen

Viele Kerzen, drei Glockenschläge und eine Schweigeminute: Solingen hat an die Opfer des Terroranschlags vor zwei Jahren erinnert. Von Zusammenhalt und Zuversicht ist die Rede.
Solingen (dpa/lnw) - Zwei Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag beim Stadtfest in Solingen mit drei Toten und vielen Verletzten ist an die Opfer erinnert worden. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sprach bei einer Gedenkveranstaltung am späten Sonntagabend von einem Akt des Terrors, gerichtet gegen feiernde Menschen und begangen aus Hass. "Hass gegen unsere freiheitliche Lebensweise", sagte der NRW-Regierungschef.
Die Menschen in Solingen hätten dem Hass und der Gewalt Zusammenhalt und Solidarität entgegengesetzt. "Solingen zeigt damit, was eine freie Gesellschaft stark macht: Menschen, die füreinander einstehen, die sich nicht nach Herkunft, Glauben und Hautfarbe trennen lassen, die zusammenhalten, wo andere versuchen, zu spalten." Das sei die Stärke dieser Stadt. "Und genau daraus erwächst Zuversicht für Solingen und für unser Land", unterstrich Wüst.
Oberbürgermeister Daniel Flemm (CDU) dankte den Einsatzkräften und vielen weiteren Helfern, die ohne zu zögern Verantwortung übernommen hätten. Drei Leben habe der Täter viel zu früh beendet, acht weitere Menschen teils schwer verletzt. Und das Leben vieler weiterer Menschen sei völlig aus der Bahn geworfen worden. Der Zusammenhalt heile, sagte der Oberbürgermeister. Solingen solle keine Stadt der Trauer sein. Feste, Begegnungen und viele kleine Momente ließen die Stadt leuchten.
Teil der öffentlichen Gedenkveranstaltung waren drei Glockenschläge und eine Schweigeminute zur Tatzeit um 21.37 Uhr. Hunderte Menschen nahmen daran teil. Ein Gedenkgottesdienst hatte bereits am Sonntagvormittag stattgefunden.
Der Syrer Issa al H., ein abgelehnter Asylbewerber, drängte am 24. August 2024 bei einem Konzert auf dem Fronhof durch die Reihen und stach mit einem Messer auf viele Zuschauer ein. Er wurde einen Tag später festgenommen.
Das Düsseldorfer Oberlandesgericht verurteilte den Attentäter vor knapp einem Jahr zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung. Der Terroranschlag von Solingen war der erste in Deutschland seit der Attacke auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016, zu dem sich der IS bekannte.