Rheinland-Pfalz & SaarlandAlle drei Stunden ein Lagebild in Katastrophenschutzbehörde

Das nach der Ahrflut neu geschaffene Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz soll die Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz verbessern. Am Ziel ist sie damit und mit dem Personalaufbau noch nicht.
Mainz (dpa/lrs) - Im vor einem Jahr entstandenen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz entsteht alle drei Stunden ein landesweites Lagebild. Es werde eng mit den sieben Leitstellen im Land, den Brand- und Katastrophenschutzinspekteuren auf kommunaler Ebene sowie den die Pegel an Flüssen betreibenden Behörden zusammengearbeitet, sagte René Schubert, Präsident des Landesamtes, in Mainz. Die Behörde war infolge der verheerenden Ahrflut von 2021 entstanden und am 1. Januar 2025 an den Start gegangen.
Die Flut sei eine Zäsur gewesen, sagte Innenminister Michael Ebling (SPD). Das habe ein Neudenken erforderlich gemacht, insbesondere auch, was den Leitungs- und Koordinierungsbedarf angehe. Der Minister nannte die Bilanz des Landesamtes nach etwa einem Jahr sehr eindrucksvoll, für den Bevölkerungsschutz sei es ein Quantensprung gewesen.
Aufgaben von der Behörde ADD übernommen
Das Landesamt hatte Aufgaben der nach der Flutkatastrophe stark in die Kritik geratenen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) übernommen sowie Aufgaben der Feuerwehr- und Katastrophenschutzakademie. Außer der Zentrale in Koblenz gibt es eine Regionalstelle in Trier, eine weitere soll noch im Süden von Rheinland-Pfalz entstehen.
Seit Sommer 2025 ist im Landesamt ein Lagezentrum rund um die Uhr in Betrieb. Die Behörde insgesamt bietet Aus- und Fortbildungen für im Katastrophenschutz tätige Menschen, unterstützt die im Kern für den Katastrophenschutz zuständigen Kommunen beim Aufbau von Strukturen und Infrastruktur und ist quasi eine Landeswarnzentrale, von dort kann bei Bedarf zentral die Bevölkerung im ganzen Land gewarnt werden.
Das Landesamt hat auch im Blick, ob Kommunen den Vorgaben einer neuen Vorschrift zur Ausgestaltung der Fähigkeiten nach der Katastrophenschutzverordnung nachkommen. Behördenpräsident Schubert sagte, Kommunen berichteten teils von einer angespannten Personalsituation. Noch sei die Situation in den Kommunen durchaus unterschiedlich, er erwarte hier aber im laufenden Jahr weitere Fortschritte.
Fuhr- und Gerätepark wird aufgebaut
Das Landesamt baut außerdem einen Fuhr- und Gerätepark auf. Dazu zählen Schubert zufolge etwa Kommandofahrzeuge, Notstromaggregate, mobile Tankstellen oder Infrastruktur für den Transport von Trinkwasser. Vorhanden sind bereits etwa spezielle Unimogs zum Beispiel für Einsätze bei Waldbränden.
Beschäftigt sind im Landesamt derzeit rund 180 Menschen, im laufenden Jahr sollen weitere 25 Planstellen besetzt werden. Zielmarke für das Jahr 2030 sind 300 Stellen. Das Land Rheinland-Pfalz hat seine Ausgaben für den Brand- und Katastrophenschutz nach Angaben des Innenministeriums zuletzt von rund 95 Millionen Euro im Doppelhaushalt 2023/24 auf etwa 142 Millionen im laufenden Doppelhaushalt 2025/26 erhöht.