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Rheinland-Pfalz & SaarlandHilfe aus Rheinland-Pfalz für die Schutzhülle in Tschernobyl

25.08.2026, 03:31 Uhr
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(Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa)

2016 wurde ein gewaltiger Schutz über den Reaktor geschoben – auch mit Technik aus Koblenz. Nun ist der Sarkophag beschädigt. Wie geht es weiter?

Koblenz (dpa/lrs) - Für die geplante Reparatur der beschädigten Schutzhülle über dem zerstörten Atomreaktor von Tschernobyl in der Ukraine gibt es auch Beteiligung aus Rheinland-Pfalz. Das Koblenzer Unternehmen Kalzip ist in die Vorbereitungen für die Sanierung des sogenannten Sarkophags eingebunden, wie Vertriebsleiter Christoph Schmidt der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Man habe der zuständigen Firma Lösungen vorgestellt und ein Angebot abgegeben. Das Unternehmen rechne damit, in den kommenden Monaten einen Auftrag zu erhalten.

Der Sarkophag aus Edelstahl schützt seit 2016 vor dem Austreten kontaminierter Partikel. Kalzip, das damals zur indischen Tata-Gruppe gehörte, hatte die riesige Hülle geliefert. Schmidt war in das Projekt eingebunden.

Zunächst soll das Wasser draußen bleiben

Die Reparatur soll dem Vertriebsleiter zufolge in zwei Stufen erfolgen. Zunächst ist eine Übergangslösung vorgesehen, damit durch die große Beschädigung kein Wasser mehr in die Schutzhülle eindringen kann. Auch zahlreiche kleinere Löcher, die beim Feuerwehreinsatz entstanden sind, sollen abgedichtet werden.

In einer zweiten, umfangreicheren Phase soll die radioaktiv beständige Membran ersetzt werden. Zudem ist eine Erneuerung der Konstruktion vorgesehen, um die notwendige Luftdichtigkeit wiederherzustellen. "Die Lösung wird in den nächsten Jahren erarbeitet", sagte Schmidt.

Wenn die Finanzierung geklärt sei, könne das Projekt möglicherweise schneller umgesetzt werden. Die von der Bundesregierung jüngst angekündigten 50 Millionen Euro bewertete Schmidt zurückhaltend. "Aus meiner Sicht sind 50 Millionen Euro für die erste Stufe zu viel und für die zweite Stufe nicht ausreichend." Kalzip sitze allerdings "am Ende der Informationskette".

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte jüngst bei einem Besuch am zerstörten Reaktor diese Summe genannt. Deutschland werde Teil einer notwendigen internationalen Lösung sein. Er sei zuversichtlich, dass der Bundestag die Mittel bewillige. Auch andere müssten einen Beitrag leisten.

Drohneneinschlag beschädigte Schutzhülle

Die Schutzhülle war Anfang 2025 durch einen Drohneneinschlag beschädigt worden. Die Kraftwerksleitung schätzt die Kosten für die umfassende Sanierung auf rund 500 Millionen Euro. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte von einer russischen Drohne gesprochen.

Der Reaktor war am 26. April 1986 bei einem außer Kontrolle geratenen Test explodiert. Der Unfall gilt als schwerster Atomunfall der Geschichte; radioaktive Stoffe wurden weiträumig freigesetzt.

Quelle: dpa

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