Rheinland-Pfalz & SaarlandLand fördert künftig Bodycams für Zugbegleiter

Bodycams, doppelte Teams und eine neue Datenbank: Wie Rheinland-Pfalz für mehr Sicherheit im Zug sorgen will – und welche Maßnahmen geplant sind.
Mainz (dpa/lrs) - Das Land Rheinland-Pfalz will die Erstausstattung von Zugbegleitern mit Bodycams zu 90 Prozent fördern. "Bodycams schützen, weil sie die Hemmschwelle für die Übergriffe erhöhen", sagte Mobilitätsministerin Katrin Eder (Grüne) nach dem zweiten Treffen eines "Runden Tischs zur Bahnsicherheit" in Mainz. Zusätzlich würden die Bodycams auch das Sicherheitsgefühl der Zugbegleiterinnen und Zugbegleitern erhöhen. An dem runden Tisch nahmen neben Bahnunternehmen und Verkehrsverbünden auch Gewerkschaften und Personalvertretungen teil.
Außerdem werde künftig auf doppelt besetzte Schichten bei Zugbegleitern gesetzt, um die Sicherheit der Angestellten zu erhöhen. Die vom Land zugesagte Flexibilisierung ermögliche es den Bahnunternehmen, verschiedene Modelle auszuprobieren, so Eder. So gebe es etwa Vorschläge, nach denen ein Zugbegleiter gemeinsam mit Sicherheitspersonal oder einem weiteren Zugbegleiter unterwegs ist. Auch ein Team aus vier oder fünf Personen, das zusteigt, die Fahrkarten kontrolliert und wieder aussteigt, sei denkbar. Erste Bahnunternehmen würden dies ab April umsetzen.
Sicherheitsdatenbank soll noch in diesem Jahr kommen
Geplant ist in Rheinland-Pfalz zudem eine neue Sicherheitsdatenbank für Übergriffe. Mitarbeiter in Zügen sollen über einen QR-Code direkt einen Vorfall an die Datenbank melden können. Die Auftragsvergabe für die Datenbank stehe unmittelbar bevor, noch in diesem Jahr solle sie in Betrieb gehen, so Eder.
Mit Hilfe der Datenbank sollen sich künftig unter anderem Strecken erkennen lassen, auf denen es häufiger zu Übergriffen kommt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft fordert eine solche Struktur bereits seit 2018, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.
Bereits im Februar hatte ein erstes Treffen nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters in einer Regionalbahn in der Westpfalz stattgefunden. Ein 36 Jahre alter Zugbegleiter war in einer Regionalbahn auf der Strecke zwischen Landstuhl und dem saarländischen Homburg attackiert worden. Der Angreifer hatte sein Opfer mit Faustschlägen gegen den Kopf so schwer verletzt worden, dass es wenige Tage später starb. Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.