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Rheinland-Pfalz & SaarlandMediziner Schmidt: Viele Iraner sind deprimiert

28.06.2026, 03:31 Uhr
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Wie wirken sich der Iran-Krieg und die unklare Zukunft auf Menschen im Exil aus? Ein Mediziner, der vor Jahrzehnten nach Deutschland kam, berichtet von seinen Kontakten.

Mainz (dpa/lrs) - Viele Iraner sind nach Einschätzung des Deutsch-Iraners Rahim Schmidt schwer desillusioniert und deprimiert. Dies gelte sowohl für die Menschen im Iran als auch für die im Exil, sagte der Mediziner und erster Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Der von dem Sozialmediziner Gerhard Trabert gegründete Verein kümmert sich besonders um Obdachlose und Menschen in prekären Lebensphasen.

Viele hätten sich "mit Leidenschaft für Menschenrechte und Demokratie eingesetzt", sagte Schmidt. "Aber ihr Schicksal ist zum Spielball der Geopolitik geworden." Viele sähen keine Verbesserung ihrer Lage mehr in greifbarer Nähe.

Schmidt: Viele Iraner haben ihre Familien lange nicht mehr gesehen

Der 67-jährige ehemalige Landtagsabgeordnete kam selbst 1978 nach Deutschland, um zu studieren, und blieb. Seine erste Anlaufstelle war Marburg. "Viele Menschen sind jung gekommen und im Exil alt geworden." Die Menschen im Iran leiden zu sehen und nicht direkt helfen zu können, belaste sie sehr. "Wir mussten in einen fahrenden Zug der Zeit einsteigen und in eine Richtung uns entfernen."

Viele hätten ihre Familien seit Jahrzehnten nicht gesehen und hätten auch nicht Abschied nehmen können von ihren gestorbenen Familienangehörigen und Freunden. "Man nimmt irgendwie am Leben durch Telefon Abschied; das schmerzt." Familien und Generationen seien traumatisiert und auseinandergerissen.

Mediziner Schmidt sucht Wege aus der Resignation

"Wir sind Deutschland sehr dankbar für all die Jahre", betonte Schmidt. Die Zivilgesellschaften müssten weltweit solidarische neue Formen des Protestes in der digitalen Welt organisieren. "Es geht um ein würdevolles Leben für uns alle und kommende Generationen auf diesem Planeten", betonte Schmidt.

"Und wir müssen neue Tagesstrukturen aufbauen." Der Arzt rief dazu auf, "nicht zu resignieren und am eigenen Glück und der eigenen mentalen Gesundheit zu arbeiten, durch Ehrenamt und Einsatz". Ihm persönlich lägen Themen wie die Einsamkeit alter und junger Menschen in der heutigen Zeit sehr am Herzen, dafür wolle er sich stärker engagieren.

Quelle: dpa

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