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Rheinland-Pfalz & SaarlandOmbudsstelle hilft immer mehr Jugendlichen bei Konflikten

14.01.2026, 13:58 Uhr
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Vor allem um Jugendliche in der Pubertät drehen sich die Fälle. In dem Alter entwickelt sich das Bewusstsein für eigene Rechte.

Mainz (dpa/lrs) - Hilfe beim Streit um das Sorgerecht, Konflikte mit den leiblichen Eltern, Rat bei Anträgen für finanzielle Unterstützung, Probleme mit dem Jugendamt: Bei der Ombudsstelle für Kinder- und Jugendhilfe in Rheinland-Pfalz steigt die Zahl der Fälle kontinuierlich an. Es trauten sich immer mehr Menschen, bei der Anlaufstelle um Rat und Hilfe zu fragen, berichtete die Bürgerbeauftragte des Landes, Barbara Schleicher-Rothmund.

Vorrangig um Jugendliche ab der Pubertät kümmere sich die Stelle. Die Anfragen erfolgten dann meist über die Betreuerinnen und Betreuer, Pflegeeltern oder Personen, bei denen sich das Bewusstsein für eigene Rechte entwickelt. Oft seien die Fälle mit vielen Emotionen verbunden, gerade wenn es um Umgangsrechte mit den Eltern geht, erklärte die Bürgerbeauftragte.

Hochemotionale Ausnahmesituationen

Vielfach handele es sich um Kinder und Jugendliche, die nicht in klassischen bürgerlichen Familienverhältnissen lebten, berichtete Schleicher-Rothmund. Es gebe aber auch Fälle, bei denen die Jugendlichen in einem "regulären Familienumfeld" lebten, die Eltern aber getrennt seien und ihre Konflikte auf dem Rücken der Kinder austragen. Auch diese Fälle führten zu hochemotionalen Ausnahmesituationen.

Ziel sei, Rechte zu stärken, Beteiligung zu ermöglichen und bei Konflikten mit Jugendämtern oder freien Trägern zu vermitteln, erklärte die Bürgerbeauftragte die Aufgaben der Ombudsstelle. Es gehe um eine Stärkung der Kinderrechte und eine Ausbalancierung von Machtverhältnissen in der Kinder- und Jugendhilfe.

Zahl der Fälle verdoppelt

Als kostenfreie und niedrigschwellige Anlaufstelle für junge Menschen versteht sich die Ombudsstelle. Seit 2017 gibt es die Einrichtung. Gesetzlich verankert wurde die Ombudsstelle im rheinland-pfälzischen Landesrecht im Jahr 2024. Zum Start im Jahr 2017 gab es nach Angaben der Bürgerbeauftragten 70 Fälle, im Jahr 2024 lag die Zahl bei 142. Alle zwei Jahre wird ein Tätigkeitsbericht vorgelegt. Der nächste umfasst den Zeitraum 2025/26.

Quelle: dpa

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