Rheinland-Pfalz & SaarlandReliquie aus Edith-Stein-Kirche gestohlen
Mainz (dpa/lrs) - Eine goldene Reliquie von einem Kleid der heiligen Edith Stein (1891-1942) ist aus der nach ihr benannten Kirche in Bad Bergzabern gestohlen worden. Tatzeit war zwischen dem 20. und dem 22. Dezember, wie die Polizei am Freitag in der pfälzischen Stadt mitteilte. Die Reliquie ist eine in Gold eingefasste Schatulle, die zwischen einem Gemälde Steins und einem etwa 1,5 Zentimeter davor angebrachten Schutzglas befestigt war. Den materiellen Wert des Diebesguts bezifferte die Polizei auf mehrere hundert Euro.
Das Brautkleid hatte Stein bei ihrer Einkleidung in Köln im besonders strengen Orden der Karmelitinnen getragen. Dort trat die jüdischstämmige Philosophin, Pädagogin und Frauenrechtlerin aus Breslau (Wroclaw) 1933 ein. Die Polizei hofft bei ihren Ermittlungen auf Zeugen.
Nachdem Hitler 1933 an die Macht kam, durfte Stein nicht mehr veröffentlichen und unterrichten. 1938 flüchtete die Ordensfrau in die Niederlande. 1942 wurde sie dort verhaftet, ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet. Mithäftlinge beschrieben die Nonne als "Engel". Ihre Heiligsprechung 1998 galt auch als Geste der katholischen Kirche zur Versöhnung mit den Juden. Sie ist die erste Katholikin jüdischer Abstammung, die heiliggesprochen wurde.
Stein hatte bereits 1933 in einem Brief an Papst Pius XI. auf die wachsenden Repressalien gegen Juden unter den Nazis in Deutschland aufmerksam gemacht. Eindringlich bat sie, "dass die Kirche Christi ihre Stimme erhebe". Der Antwortbrief aus dem Vatikan ging allerdings über eine bloße Empfangsbestätigung nicht hinaus.
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Edith-Stein-Kirche in Bad Bergzabern
Pressemitteilung
Karmel Köln