Sachsen-AnhaltAm Donnerstag heulen in Sachsen-Anhalt die Sirenen - warum?

Landesweit gibt es in Sachsen-Anhalt rund 2.200 Sirenen. Sie werden am Donnerstag getestet. Gewarnt wird probehalber aber nicht nur auf diesem Wege.
Magdeburg (dpa/sa) - Sirenen ertönen, Warnmeldungen erscheinen und Handyalarme schrillen: Am Donnerstag ist der sechste bundesweite Warntag. Dann werden auch die Warnsysteme in Sachsen-Anhalt auf die Probe gestellt. Was die Bürgerinnen und Bürger an diesem Tag wissen müssen.
Was ist der Warntag überhaupt?
Bund, Länder und Kommunen wollen den Tag nutzen, um zu überprüfen, wie gut die Warnsysteme für tatsächliche Notfälle und Gefahrenlagen für die Bevölkerung - Brände und schwere Unwetter etwa - funktionieren. Erstmals gab es den Warntag am 10. September 2020. Er findet in der Regel am zweiten Donnerstag im September statt. Getestet werden verschiedene Kanäle, auf denen vor Gefahren gewarnt werden kann. Mit dem Warntag sollen auch Fehlerquellen erkannt werden. Im Anschluss soll dann "bei Bedarf optimiert" werden, erklärte das Innenministerium in Sachsen-Anhalt.
Was passiert am Donnerstag?
Ab 11.00 Uhr löst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bundesweit Probewarnungen über das sogenannte Modulare Warnsystem aus. Damit sind wiederum Warnkanäle, darunter Handy-Apps und Rundfunksender, verbunden. Diese versenden zeitversetzt die Probewarnung auf Fernseher, Radios und Smartphones.
Über das sogenannte Cell-Broadcast-System soll bei den meisten eingeschalteten Handys, die nicht im Flugmodus sind, ein schriller Ton ausgelöst werden - selbst wenn dort keine Warn-Apps installiert sind und das Gerät auf lautlos gestellt ist. Über keinen anderen Weg seien mehr Menschen zu erreichen, heißt es dazu beim BBK.
Wie das Innenministerium in Sachsen-Anhalt mitteilte, seien die Kommunen gebeten worden, am Warntag teilzunehmen, um ihre örtlichen Warnkonzepte und Warnmittel - etwa Sirenen, Lautsprecherwagen oder digitale Stadtinformationstafeln - zu erproben. Gegen 11.45 Uhr erfolgt die Entwarnung.
Und wenn es einen tatsächlichen Notfall gibt?
Das Warnsystem bleibt auch während der bundesweiten Probewarnungen jederzeit einsatzbereit. Falls es tatsächlich zu einer Gefahrenlage kommt, können die zuständigen Behörden die Menschen wie gewohnt über das Modulare Warnsystem und seine Kanäle erreichen.
Wie verlief der Warntag in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr?
Technisch hätten die verschiedenen Warnmittel und Kommunikationswege 2025 in Sachsen-Anhalt überwiegend zuverlässig alarmiert, erklärte das Innenministerium. Es werde davon ausgegangen, dass das auch in diesem Jahr so ist.
Landesweit gebe es derzeit rund 2.200 Sirenen. In den nächsten Jahren soll das Sirenennetz in Sachsen-Anhalt laut Innenministerium modernisiert und weiter ausgebaut werden. Ein Ausbau sei vor allem mit Blick auf zunehmende Extremwetterereignisse und geopolitische Unsicherheiten notwendig, hieß es.
Was, wenn es am Donnerstag hinkt?
Im Anschluss an den Probealarm können Bürgerinnen und Bürger ihre Erfahrungen teilen und von Donnerstag, 11.00 Uhr, bis zum 17. September an einer Online-Befragung des BBK teilnehmen.