Sachsen-AnhaltCDU-Fraktion zieht Konsequenzen nach Räuscher-Aussage

Sein umstrittener Post zur SPD hat Folgen für den CDU-Landtagsabgeordneten Alexander Räuscher: Der Politiker wird im Parlament nun nicht zum Jagdgesetz sprechen.
Magdeburg (dpa/sa) - Nach einer verbalen Entgleisung ihres Landtagsabgeordneten Alexander Räuscher hat die CDU-Fraktion weitere Konsequenzen gezogen. Räuscher werde in dieser Woche im Parlament zum Jagdgesetz keinen Redebeitrag halten, sagte CDU-Fraktionschef Guido Heuer in Magdeburg.
Räuscher ist jagd- und wolfspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Mit einem verunglimpfenden Post hatte er die SPD in Sachsen-Anhalt zuletzt verärgert. Räuscher soll auf der Plattform "X" geschrieben haben, die SPD sehe sich "als xxxAP Arbeiterpartei". Mit der verfremdeten Abkürzung spielte Räuscher auf die NSDAP an. Der CDU-Politiker löschte den Post später und bat um Entschuldigung.
CDU-Fraktionschef Heuer distanzierte sich erneut von Räuschers Äußerung und sagte auf Nachfrage von Journalisten: "Na klar ist das rufschädigend." Die Äußerung Räuschers sei "völlig daneben". Der Abgeordnete betreibe seine Accounts in den sozialen Medien eigenverantwortlich.
Dies war nicht der erste umstrittene Vorfall: Im Oktober 2024 hatte Räuscher bereits mit einem Patronen-Foto für Empörung gesorgt. Er veröffentlichte als Antwort auf einen Grünen-Politiker ein Foto mit Patronen, Tabletten und einem Geldstück mit den Worten: "Ich bin Konservativer, entsprechend die Behandlungsmethoden zur Auswahl". Nach heftiger Kritik und einer Sondersitzung der CDU-Landtagsfraktion hatte Räuscher seine Funktion als jagd- und wolfspolitischer Sprecher damals zeitweise abgeben müssen.