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Sachsen-AnhaltDas ist die Frau hinter den Wahlen in Sachsen-Anhalt

09.08.2026, 10:01 Uhr
Christa-Dieckmann-ist-seit-2014-Sachsen-Anhalts-Landeswahlleiterin

In vier Wochen wird gewählt in Sachsen-Anhalt. Dafür, dass alles ordnungsgemäß abläuft, sorgt Christa Dieckmann. Hier erzählt sie über ihre Aufgaben, Unterstützer und einen Stau mit Folgen.

Magdeburg (dpa/sa) - Bevor Christa Dieckmann am 6. September auf die Wahl in ganz Sachsen-Anhalt schaut, guckt sie wie immer im Kleinen, wie es so läuft. Sie fährt in ihrem Wahllokal vorbei. "Dann habe ich gleich den ersten Eindruck - zumindest, ob es bei mir im Wahllokal richtig läuft und wie's funktioniert, wie die Stimmung so ist, ob viele da sind oder wenig. Das ist immer ganz schön." Dass da gerade die oberste Organisatorin der Wahl und am Ende Herrin der Zahlen ihre Stimme abgibt, weiß dann keiner. "Ich bin da inkognito."

Christa Dieckmann ist Sachsen-Anhalts Landeswahlleiterin. Seit 2014 sorgt die in Niedersachsen geborene Juristin für den möglichst reibungslosen Ablauf der Wahlen. Zehn Wahlen hat sie seither begleitet: Europa-, Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen. Seit 1992 ist sie in der Landesverwaltung tätig, die längste Zeit davon im Innenministerium. 2015 wurde sie dort Abteilungsleiterin für Kommunalangelegenheiten, Migration und Sport. Die Aufgaben der Landeswahlleiterin kommen zu ihrem normalen Job dazu.

Eine spannende Aufgabe sei das für sie, sagt die 61-Jährige. "Es ist auf der einen Seite natürlich eine Herausforderung, aber auch etwas, was viel Freude macht, wenn man daran arbeiten kann, dass Wahlen wirklich von vorne bis hinten ordnungsgemäß durchgeführt werden." Und sie betont, dass sie als Landeswahlleiterin eigenständig ist: "Ich bin weisungsfrei, unabhängig, nur dem Gesetz unterworfen." Eine Geschäftsstelle mit sechs Mitarbeitern steht hinter ihr.

Dieckmann, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, betont die Teamleistung: Beteiligt sind ihre Geschäftsstelle, die Kommunen, die Kreiswahlleiter mit ihren Leuten, die Gemeinden und die Wahlhelfer. "Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe, und es macht Spaß, gemeinsam mit all diesen Behörden, mit den Helfern zusammen so eine Wahl aufzustellen."

Der Wahlabend sei dann fast noch interessanter. Wenn das vorläufige Ergebnis festgestellt wird, vielleicht so nachts um 2.00 Uhr oder auch schon mal später, verkündet Dieckmann das Ergebnis. Sie danke dann allen für die Mitarbeit. "Das ist schon eine schöne Sache."

Und wann beginnen die Vorbereitungen für eine Wahl? "Wenn man das genau nimmt, muss man sagen, nach der Wahl ist vor der Wahl", sagt Dieckmann. "Das sind dann keine konkreten Wahlvorbereitungen, aber natürlich gibt es dann die Besprechung mit den Kreiswahlleitern, die Auswertung, was hat gut geklappt, müssen wir vielleicht auch gesetzlich noch mal was nachjustieren?"

Wenn es so richtig losgeht mit den Vorbereitungen

Ein gutes Jahr vor der Wahl geht es dann richtig los. Vor gut einem Jahr legte der Landtag den Wahltermin fest. Der Landeswahlausschuss musste berufen werden, die Kreiswahlausschüsse mit den Kreiswahlleitern, sagt Dieckmann.

Das große Thema Wahlhelfer stehe immer wieder an. Anfang des Jahres habe sie die Universitäten, Hochschulen und Ministerien angeschrieben, damit diese unter Studierenden und Mitarbeitern Wahlhelfer gewinnen. Über 20.000 sind für die Landtagswahl nötig. "Ich finde immer, wer sich freiwillig meldet, das ist natürlich schon schöner, der arbeitet engagierter und das wäre natürlich die erste Wahl."

Kein Sommerurlaub, sondern Sitzungen und Absprachen

In den vergangenen Wochen haben sich die Sitzungen gehäuft. Es fielen Entscheidungen dazu, welche Parteien zugelassen werden, welche Kandidaten, über eine Beschwerde war zu befinden. An Sommerurlaub war in diesem Jahr nicht zu denken bei der Landeswahlleiterin. "Jetzt ist das nicht möglich. Da hätte ich auch keine Ruhe dazu."

Am Wahltag selbst startet Christa Dieckmann gegen 11.00 Uhr im Büro. Dann sind sie und ihr Team Ansprechpartner für Fragen von Wahlleitern, Kreiswahlleitern und Bürgern. Die 61-Jährige erinnert sich zum Beispiel an einen Anruf aus einem Wahllokal als es auf 18.00 Uhr zuging und noch Wähler da waren. Natürlich hätten da noch alle wählen dürfen, die um Punkt 18.00 Uhr anwesend waren.

Regelmäßig gebe es Fragen zu Stimmzetteln mit Loch oder abgeschnittener Ecke. Das lasse sich leicht beantworten: Die sind für die Wahlschablonen für sehbehinderte Menschen da. Die Landeswahlleiterin betont, dass sie es gut findet, dass mündige Bürger unterwegs sind mit wachen Augen, die sagen, wenn ihnen etwas auffällt.

Die verpasste Wahl und ein Rat an alle

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Hat die Landeswahlleiterin selbst schon mal eine Wahl verpasst? Dieckmann muss nicht lang überlegen. "Das ist schon Jahrzehnte her. Da war ich unterwegs und wollte abends wählen und bin in den Stau geraten. Das war wirklich gruselig. Und dann bin ich zehn nach sechs angekommen. Ich habe mich sehr geärgert, dass ich keine Briefwahl gemacht habe." Eine Bundestagswahl sei es gewesen. Nach dem Erlebnis und bevor sie Landeswahlleiterin wurde, habe sie immer vorher schon Briefwahl gemacht, wenn sie wusste, dass sie am Wochenende nicht da war.

Einen Rat gibt sie Wählerinnen und Wählern daher mit auf den Weg: "Deswegen würde ich auch heute jeden ermuntern, rein vorsorglich, wenn man nicht da ist und Gefahr besteht, dass das knapp wird, doch eher Briefwahl zu machen."

Quelle: dpa

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