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Sachsen-AnhaltSo wenig Verkehrstote wie nie in Sachsen-Anhalt

05.05.2026, 14:45 Uhr
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Die Verkehrsunfallstatistik birgt Licht und Schatten. Auf den Autobahnen sterben weniger Menschen, auch weniger Radfahrer werden getötet. Zugleich verlieren mehr Fußgänger ihr Leben.

Magdeburg (dpa/sa) - 101 Menschen sind im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen - damit wurde der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 1992 erreicht. Das waren zehn Todesopfer weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Unfälle ging zugleich minimal um 0,5 Prozent auf zusammen rund 70.700 zurück, wie das Innenministerium in Magdeburg mitteilte. Dabei verunglückten fast 10.400 Menschen, gut 400 mehr als noch 2024. Was die Verkehrsunfallstatistik 2025 noch aussagt:

Die Top-Unfallursachen

Ob Rehe, Wildschweine oder andere Tiere: Seit zehn Jahren ist laut der Statistik "Wild auf der Fahrbahn" die häufigste Unfallursache. Jeder fünfte Verkehrsunfall sei darauf zurückzuführen. Allerdings kam dabei 2025 kein Mensch ums Leben. Weitere Top-Unfallursachen sind Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren, zu geringer Abstand und überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit. Die Polizei stellte aber auch fest, dass zehn der getöteten ohne Sicherheitsgurt unterwegs waren.

Menschen ab 75 Jahren besonders gravierend betroffen

Personen ab 75 Jahren haben einen Anteil von 14 Prozent an Sachsen-Anhalts Bevölkerung, allerdings kommt jeder dritte Verkehrstote aus dieser Altersklasse, ergibt die Statistik. Insgesamt verloren 33 Senioren ihr Leben bei Verkehrsunfällen und damit sechs mehr als im Vorjahr. Die meisten von ihnen verunglückten bei Autounfällen, als Fußgänger sowie bei Fahrrad- und Pedelec-Unfällen. Alles in allem waren Menschen ab 75 Jahren an fast 7.800 Verkehrsunfällen beteiligt, drei Prozent mehr als noch 2024. Die Zahl der verunglückten Senioren nahm um 16 Prozent auf knapp 900 zu. Den Angaben zufolge waren die Senioren zumeist Verursacher der Unfälle.

Mehr Unfälle mit Pedelecs und E-Scootern

Die Zahl der Unfälle mit Pedelecs und E-Scootern steigt deutlich. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 490 Pedelec-Unfälle registriert worden und damit 42 Prozent mehr als noch 2024. Die Zahl der Verunglückten stieg um 123 auf 409. Vier Menschen, davon zwei Senioren, kamen ums Leben. Über die Hälfte der verunglückten Pedelec-Fahrer trug keinen Helm, darunter auch die Getöteten, so das Innenministerium. Und auch bei den E-Scootern stieg die Zahl der registrierten Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr um 97 auf 332, wie aus der Statistik hervorgeht. 250 Menschen wurden verletzt, zwei starben.

"Pedelecs und E-Scooter nehmen im Straßenverkehr zu und bringen durch ihre Geschwindigkeiten neue Risiken mit sich", erklärte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU). "Viele Menschen, ob jung oder alt, unterschätzen das." Gleichzeitig werde der Verkehr dichter und vielfältiger, Gefahren auf engem Raum nähmen zu. "Unfälle sind meist die Folge menschlicher Fehler wie Ablenkung, überhöhte Geschwindigkeit oder mangelnde Rücksicht." Die Landespolizei setze weiterhin auf gezielte Kontrollen, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu stärken.

Weniger Fahrradunfälle

Die Zahl der Fahrradunfälle war leicht rückläufig auf rund 2.630 im vergangenen Jahr, auch die Zahl der dabei verletzten Personen sank leicht. Auffällig: Die Zahl der getöteten Fahrradfahrer ging um 5 auf 8 zurück. 4 von ihnen waren Senioren ab 75 Jahren. Alle 12 Getöteten auf Fahrräder und Pedelecs hatten den Angaben zufolge keinen Helm auf. Die meisten Fahrradunfälle gehen auf die falsche Straßenbenutzung zurück hieß es, gefolgt von Verkehrstüchtigkeitsmängeln.

Acht getötete Fußgänger mehr als im Vorjahr

Fußgänger waren im vergangenen Jahr an gut 900 Unfällen beteiligt, ähnlich viele wie noch 2024. Dabei verunglückten fast 700 Menschen, was einem Plus von fünf Prozent entspricht. Getötet wurden acht mehr als im Vorjahr - alles in allem 15 Fußgänger. Allerdings war die Zahl im Vorjahr auch außergewöhnlich niedrig ausgefallen, so das Innenministerium. Das unachtsame Betreten der Straße etwa wegen Ablenkung und auch Rotlichtverstöße sorgten für viele Unfälle mit Fußgängern.

Weniger Verkehrstote auf Autobahnen

Die Zahl der Unfälle auf Autobahnen blieb im Vergleich zum Vorjahr mit rund 4.600 zwar auf ähnlichem Niveau. Die Zahl der Todesopfer ging aber von 30 im Jahr 2024 auf nun 8 zurück. Vor allem auf der A2 und der A14 gab es weniger tödliche Unfälle, wie es hieß. Die Zahl der Verletzten nahm aber leicht zu.

Deutlich weniger Tote nach Lkw-Unfällen

Wie im Vorjahr waren an 16 Prozent aller Verkehrsunfälle Lastwagen beteiligt. Während dabei die Zahl der Schwerverletzten von 69 auf 85 anstieg, ging die Zahl der Leichtverletzten zurück. Besonders stark um 46 Prozent ging die Zahl der Getöteten zurück. Bei Unfällen mit Lkw kamen zusammen 22 Menschen ums Leben.

Quelle: dpa

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