Sachsen-AnhaltLeuna startet neue Abwasserreinigung für Bioraffinerie

Am Chemiestandort geht ein weiterer Baustein für die künftige Bioraffinerie in Betrieb: Die Abwasserbehandlungsanlage soll energiesparend arbeiten und produziert zugleich Biogas fürs Erdgasnetz.
Leuna (dpa/sa) - Der Chiemieparkbetreiber InfraLeuna hat neue Infrastruktur mit einem Investitionswert von rund 43 Millionen Euro in Betrieb genommen. Eine moderne Abwasserbehandlungsanlage, die nach Betreiberangaben besonders ressourcenschonend arbeitet und zugleich Biogas produziert, ist für die am Standort entstehende künftige Bioraffinerie des Unternehmens UPM entwickelt worden. Die Anlage soll demnach künftig die Abwässer der Raffinerie vorbehandeln, die Biochemikalien aus Holz herstellen soll.
Der finnische Konzern UPM investiert in die Bioraffinerie 1,3 Milliarden Euro. Laut Chemieparkbetreiber InfraLeuna handelt es sich um eine weltweit einzigartige Anlage, deren Produkte fossile Rohstoffe ersetzen und etwa in Verpackungen, Textilien, Kosmetikprodukten oder Gummi eingesetzt werden können.
Die vollständige Inbetriebnahme ist laut Umweltministerium für 2027 geplant. Dann soll die Raffinerie jährlich rund 220.000 Tonnen der Biochemikalien produzieren. Die am Donnerstag dafür in Betrieb genommene Abwasserbehandlungsanlage liefert den Angaben nach eine Biogasleistung von sechs Megawatt, die kontinuierlich in das Erdgasnetz am Standort eingespeist wird.
Der Chemiestandort Leuna stehe beispielhaft für erfolgreiche industrielle Innovation, sagte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser, anlässlich der Inbetriebnahme vor Ort. InfraLeuna-Geschäftsführer Christof Günther sprach vom "nächsten großen Schritt" für Leuna als Standort für nachhaltige Chemie.