Sachsen-AnhaltSPD-Kampagne: "Wir sind der Deich"

Als Warnung vor einer möglichen rechten Regierung formulieren die Sozialdemokraten in Sachsen-Anhalt eine Wahlkampagne. Mit Fluten kennen sich die Menschen im Land aus.
Magdeburg (dpa/sa) - Mit einer emotionalen Wahlkampagne will die SPD in Sachsen-Anhalt für eine stabile Regierung der demokratischen Mitte werben. "Wir wollen nicht, dass dieses Land blau überflutet wird", sagte SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann bei der Vorstellung der Kampagne in Magdeburg.
"Wenn der Deich bricht, trifft es alle." Willingmann betonte, dass viele Menschen Angst hätten vor den Folgen rechtsextremer Politik, etwa für Menschen mit Behinderungen, in der Wirtschaft, der Kultur und der Wissenschaft.
Mit Deichen hätten die Menschen in Sachsen-Anhalt mehr Erfahrungen als mit theoretischen Brandmauern, sagte Willingmann. Die Sozialdemokraten setzen darauf, mit einer möglichst breiten demokratischen Mehrheit, eine AfD-geführte Regierung zu verhindern. Das Wahlprogramm der AfD sei der radikalste Umbau, den man sich in einem deutschen Bundesland vorstellen könne, sagte Willingmann.
Drei Wochen vor der Wahl gehe es auch darum, nicht nur die Vernunft der Menschen, sondern auch das Gemüt anzusprechen. Der Wahlkampf sei in diesem Jahr stärker emotionalisiert.
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. In Umfragen lag die AfD zuletzt mit großem Abstand vor der CDU. Grüne, FDP, BSW und auch die SPD drohen, an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern und den Einzug in den Landtag zu verpassen.