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Sachsen-AnhaltStartchancen in Schulen: Prien sieht erste Erfolge

28.08.2026, 14:45 Uhr
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Bund und Länder geben jährlich rund zwei Milliarden Euro, um Schulen in besonders schwierigen Lagen zu fördern. Die Bundesministerin sieht sich ein Projekt in Sachsen-Anhalt an - und ist angetan.

Stendal (dpa/sa) - Zwei Jahre nach Beginn des "Startchancen-Programms" für Schulen mit besonderen Herausforderungen sieht Bildungsministerin Karin Prien erste Erfolge. Sachsen-Anhalt sei anfangs etwas skeptisch gewesen, doch habe das Land inzwischen mächtig aufgeholt, sagte die CDU-Politikerin in Stendal. Das Programm sei für sie "wirklich ein zentrales Projekt", um das Schulsystem insgesamt zu verändern, sagte die Ministerin.

Prien besuchte mit Landesbildungsminister Jan Riedel (ebenfalls CDU) das schulformübergreifende Familienschulzentrum der Sekundarschule Wladimir Komarow und der Grundschule Juri Gagarin in Stendal, das aus dem sogenannten Startchancen-Programm gefördert wird. Bund und Länder geben jährlich bis zu zwei Milliarden Euro für das Programm, um bundesweit rund 4.000 Schulen in Vierteln mit besonders vielen Schwierigkeiten zu fördern.

Ziel ist, die großen Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem abzumildern. Schwerpunkt in den Schulen sind Grundfähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Die ergänzenden Familienzentren sollen dazu beitragen, Eltern und andere Angehörige in Bildungs- und Erziehungsarbeit an den Schulen einzubeziehen.

Die Juri-Gagarin-Schule hat nach eigenen Angaben 70 Prozent Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, obwohl der Landkreis Stendal insgesamt einen Ausländeranteil von nur fünf Prozent hat. Hintergrund ist nach Angaben von Oberbürgermeister Bastian Sieler (parteilos), dass es in der Umgebung preiswerten Wohnraum gibt, in dem viele zugewanderte Familien leben. Das Familienschulzentrum lädt die Eltern auch mit Hilfe von Dolmetschern ein, sich in der Schule einzubringen und beim Bildungserfolg ihrer Kinder mitzutun.

Die Schule ende nicht am Schultor, sagte Riedel. "Wenn wir die Bildungschancen von Kindern nachhaltig verbessern wollen, müssen wir auch die Familien und das Umfeld in den Blick nehmen." In Sachsen-Anhalt nehmen 98 Schulen am "Startchancen-Programm" teil, an 21 Standorten ergänzt durch Familienschulzentren.

Quelle: dpa

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