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SachsenBarmer fordert mehr Rückenwind für Pflegeberuf

10.03.2026, 16:38 Uhr
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In Sachsen brauchen gut 341.000 Menschen Pflege. Um den künftigen Bedarf an Personal zu decken, soll der Beruf noch attraktiver werden. Pflegekraft müsse ein Traumberuf werden, sagt die Barmer.

Dresden (dpa/sn) - Pflegeberufe sollen attraktiver werden, um den wachsenden Personalbedarf zu decken. Das ist ein Befund aus dem aktuellen Pflegereport der Barmer in Sachsen. Darin verweist die Krankenkasse auf eine stark gestiegene Zahl Pflegebedürftiger. Sie nahm seit 2017 von 183.300 Betroffenen auf 341.500 im vergangenen Jahr zu, teilte die Barmer mit. Aber nur ein geringer Teil sei demografisch erklärbar. Haupttreiber sei die Ausweitung des Begriffes Pflegebedürftigkeit, der vor allem Menschen mit Demenz erstmals gleichberechtigt berücksichtige.

Ausbildung nicht auf Kosten der Pflegebedürftigen

"Pflege sollte so attraktiv werden, dass junge Menschen sie als sinnstiftenden Beruf wählen und erfahrene Fachkräfte in ihren Beruf zurückkehren. Dazu brauchen wir gute Arbeits-, Aus- und Weiterbildungsbedingungen sowie eine rasche Integration internationaler Pflegekräfte", erklärte Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen. All das dürfe aber nicht auf Kosten der Pflegebedürftigen geschehen.

Die Barmer bescheinigt der Pflegebranche in Sachsen Stabilität. Trotz einer sinkenden Erwerbstätigenzahl seien laut Statistik 2025 allein im Gesundheits- und Sozialwesen rund 6.000 neue Stellen entstanden. Die Attraktivität des Pflegeberufes habe sich erhöht. Kritisch bleibe jedoch die Finanzierung der Ausbildung. Pflegebedürftige müssten in Sachsen derzeit bis zu 136 Euro monatlich über ihre Eigenanteile dafür aufbringen.

Die Krankenkasse forderte ein Ende dieser Belastung. Ausbildung sei öffentliche Daseinsvorsorge und damit Aufgabe von Bund und Ländern und nicht der Pflegebedürftigen und Beitragszahler. Die generalistische Pflegeausbildung und das Tariftreuegesetz hätten seit 2020 für mehr Qualität der Ausbildung und bessere Bezahlung gesorgt, hieß es. Seit diesem Jahr dürften Fachkräfte etwa erstmals bestimmte heilkundliche Leistungen eigenständig übernehmen.

Pflege soll Traumberuf für junge Menschen sein

Aus Sicht der Barmer braucht der Beruf aber weiterhin Rückenwind. "Ein 15-Jähriger sollte den Pflegeberuf selbstbewusst als Traumberuf nennen können", so Beutmann. Neben angemessener Bezahlung, besseren Bedingungen für Ausbildung und Arbeit seien das Halten und die Rückgewinnung ausgebildeter Pflegekräfte sowie eine gute Integration internationalen Personals zentral.

Quelle: dpa

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