SachsenMoritzburg Festival lädt zur musikalischen Flussreise ein

Die Hauptbühne ist von Wasser umgeben, in die Klänge von Kammermusik mischt sich abendliches Geschnatter von Wasservögeln. Das Moritzburg Festival setzt jedes Jahr eine besondere Note.
Dresden/Moritzburg (dpa/sn) - Das Moritzburg Festival für Kammermusik unternimmt in diesem Jahr eine musikalische Flusspartie. In 20 Konzerten nehmen 26 Musikerinnen und Musiker aus aller Welt das Publikum mit auf eine Reise von der Newa über Moldau und Elbe, Donau und Seine bis hin zum Mississippi. "Auf der Terrasse des Moritzburger Schlosses wird unsere Musik Teil der Natur und Architektur, selbst die Gänse auf dem Schlossteich melden sich zu Wort", beschreibt Festival-Leiter Jan Vogler die Atmosphäre.
Programme sind Flusslandschaften zugeordnet
Vogler, international erfolgreicher Cellist und auch Intendant der Dresdner Musikfestspiele, hat die Programme Flüssen zugeordnet. Zum Auftakt an diesem Freitag erklingen unter dem Motto "Elbe I" Werke von Carl Maria von Weber, Clara Schumann und Johannes Brahms. Das "Seine"-Konzert enthält ausschließlich Kompositionen französischer Meister. Beim Konzert "Vom Hudson River zum Mississippi" ist Musik etwa von Philip Glass, Elvis Presley und George Gershwin zu hören. "Newa" bringt Werke von Dmitri Schostakowitsch, Peter Tschaikowski und Sergei Rachmaninow.
Langjährige Festivalgäste und Debütanten
Die Musikerinnen und Musiker spielen in unterschiedlichen Besetzungen. Neben langjährigen Festivalgästen wie der Geigerin Mira Wang und ihrem Kollegen Kai Vogler sind unter anderen Bratschist Nils Mönkemeyer und die Pianistin Lise de la Salle zu erleben. Zahlreiche Künstler haben ihr Moritzburg-Debüt, darunter die Pianisten Marie Sophie Hauzel und Anton Gerzenberg, die Geiger Guido Sant'Anna und Josef Spaček, Laura Liu (Bratsche) sowie die Cellistinnen Astrig Siranossian und Camille Thomas.
Festival Akademie mit jungen Künstlern aus 19 Ländern
Parallel zum Festival findet die 21. Moritzburg Festival Akademie mit 41 jungen Frauen und Männern aus 19 Nationen statt. Sie bilden das Moritzburg Festival Orchester unter der Leitung seines spanischen Chefdirigenten Josep Caballé Domenech. Höhepunkt ist ein Orchesterkonzert am 22. August im Kulturpalast Dresden, bei dem die Akademisten mit dem Oboisten Albrecht Mayer als Solist Mozarts Konzert für Oboe und Orchester F-Dur KV 293 in einer Dresdner Erstaufführung spielen. Von dem Stück war nur das Fragment des ersten Satzes erhalten, es wurde von Gotthard Odermatt vervollständigt.
Das Akademie-Orchester gestaltet am 16. August zudem das Musik-Picknick im Park von Schloss Proschwitz und am Tag darauf ein Konzert auf der Nordterrasse von Schloss Moritzburg - der Hauptbühne des Festivals. Am 21. August gastiert die Akademie im König Albert Theater von Bad Elster im Vogtland.
Moritzburg ist Anziehungspunkt für Musiker aus aller Welt
Das renommierte Moritzburg Festival erlebt in diesem Jahr seine 34. Ausgabe. Jan Vogler hatte 1993 mit seinem Bruder Kai und seinem Cello-Kollegen Peter Bruns das Festival aus der Taufe gehoben. Schon bald wurde der idyllische Ort vor Dresdens Toren zu einem Anziehungspunkt für Kammermusiker aus aller Welt. Dabei hatten sich die Gründer vom Marlboro Festival in den USA inspirieren lassen. Auch dort stellen Teilnehmer nach einer Probenphase die Ergebnisse der Arbeit in Konzerten vor.