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SachsenSchmalspurbahnen dampfen in neue Saison

01.04.2026, 06:01 Uhr
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(Foto: Sebastian Willnow/dpa)

Am Osterwochenende gibt es vielerorts Sonderfahrten und bunte Aktionen. Bahnen auf schmalen Gleisen rollen in vielen Regionen Sachsens durch die Landschaft. Welche Routen sind vor allem gefragt?

Dresden (dpa/sn) - Osterhasenexpress, Eiersuche, Sonderzüge unter Dampf: Sachsens Schmalspurbahnen werben für das bevorstehende Feiertagswochenende mit diversen Angeboten um Fahrgäste. In die neue Saison starten am Karfreitag die Muskauer Waldeisenbahn im Nordosten Sachsens und die Preßnitztalbahn im Erzgebirge. Die Streckenbetreiber sind auf starken Zuspruch eingestellt. Ostern gehöre einfach zu den Veranstaltungshöhepunkten im Jahr, sagt etwa Denise Zwicker von der Döllnitzbahn in Mügeln.

Fünf täglich verkehrende Bahnen und vier Museumsbahnen sind auf schmalen Gleisen in verschiedenen Regionen des Freistaates unterwegs. "Das ist eine einzigartige Dichte und mehr als in anderen Bundesländern", sagte Christian Sacher, Projektleiter der Dampfbahn-Route Sachsen. Dieses sachsenweite Netzwerk ist eine Initiative der Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft (SOEG). Insgesamt rund 125 Kilometern umfasse das Streckennetz der neun Schmalspurbahnen, die laut Sacher zusammen rund 955.000 Menschen im vergangenen Jahr befördert hätten.

Zittauer Gebirge und Oberwiesenthal gefragt

Die größte Nachfrage mit knapp 246.000 Fahrgästen verzeichnete dabei die Schmalspurbahn im Zittauer Gebirge, gefolgt von der Fichtelbergbahn, mit der 2025 rund 217.000 Reisende zwischen Cranzahl und Oberwiesenthal fuhren. Beide Bahnen sind in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden und erhalten damit Zuschüsse für ihren Fahrbetrieb - ebenso wie die Lößnitzgrundbahn zwischen Radebeul-Ost und Radeburg, die Weißeritztalbahn zwischen Freital-Hainsberg und dem Kurort Kipsdorf sowie die Döllnitzbahn, die hauptsächlich zwischen Oschatz und Mügeln verkehrt. Auf all diesen Strecken gilt das Deutschlandticket mit einem Historikzuschlag.

Ausschließlich als Museumsbahn ist dagegen die Preßnitztalbahn zwischen Jöhstadt und Steinbach unterwegs, in der Regel an Wochenenden und Feiertagen sowie zu Sonderfahrten. Einst führte die Schmalspurstrecke von Jöhstadt sogar bis Wolkenstein und diente dem Transport von Gütern aus kleinen Fabriken, wie Gerald Seifert berichtet, der die Geschäfte des Betreibervereins führt. Im vergangenen Jahr seien an 126 Fahrtagen 85.000 Gäste befördert worden. Das entspreche einem Zuwachs von immerhin 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Wir haben uns seit der Corona-Zeit langsam wieder hochgearbeitet."

Nach Angaben von Seifert fährt die Preßnitztalbahn auf ihrer rund acht Kilometer langen Strecke fast immer unter Dampf. Die älteste Lok des Vereins stamme von 1899, die jüngste von 1927. Faszinierend für viele sei die historische Fahrzeugtechnik in Verbindung mit der nach heutigem Maßstab vergleichsweise geringen Geschwindigkeit. Fahrgäste könnten "entschleunigen und sich auf dem Perron den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen".

Fahrgäste können entschleunigen

Zu den Museumsbahnen zählt auch die Waldeisenbahn, die Weißwasser mit den Parks in Bad Muskau und Kromlau verbindet. Ihre Geschichte geht auf eine Güterbahn zurück, die ab 1895 Kohlengruben, Sägewerke, Ziegeleien und Papierfabriken im Muskauer Faltenbogen verband. "Heute verkehren die Züge von Ostern bis Ende Oktober rein touristisch", sagt Geschäftsführer Max Mütze. Mehr als 53.000 Fahrgäste hätten 2025 das Angebot genutzt und damit etwa zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Ein Grund für die Steigerung sei die Wiedereröffnung der erneuerten Tonbahnstrecke zum Aussichtsturm am Rand des Tagebaus Nochten.

Laut Mütze werde das insgesamt rund 20 Kilometer lange Schienennetz der Waldeisenbahn seit 2023 saniert. Bislang seien etwa 4,8 Millionen Euro investiert worden. Gebaut werde nur in der Zeit, wenn der Fahrbetrieb ruht. Bis zum Saisonbeginn im kommenden Jahr sollen auch die Arbeiten auf dem letzten Abschnitt nach Kromlau abgeschlossen sein.

Eine weitere Museumsbahn fährt im Westerzgebirge an ausgewählten Tagen von Schönheide über eine Distanz von etwa vier Kilometer nach Stützengrün-Neulehn. Im Aufbau befindet sich die Schwarzbachbahn in der Sächsischen Schweiz.

Quelle: dpa

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