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SachsenTatort Krankenhaus: Zahl der Straftaten nimmt zu

15.07.2026, 13:59 Uhr
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In Sachsens Krankenhäusern werden immer mehr Straftaten registriert. Die Grünen fordern eine bessere Erfassung und mehr Schutz für Beschäftigte.

Dresden (dpa/sn) - Krankenhäuser in Sachsen werden immer häufiger zum Schauplatz von Straftaten. Binnen drei Jahren stieg die Zahl von 358 Vorfällen (2022) auf 519 im vergangenen Jahr. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Thomas Löser hervor. Besonders oft gab es im vergangenen Jahr Fälle von Körperverletzung (175) und Bedrohung (89).

Keine Differenzierung nach Opfergruppen

Wie oft dabei Patienten, Personal oder Besucher zum Opfer wurden, lässt sich aber nicht sagen. Das Ministerium teilte mit, das werde statistisch nicht erfasst. Die Zahlen wurden in der Kriminalstatistik nur mit Bezug auf den Tatort Krankenhaus erhoben.

Auch Arztpersonal und Pflege zunehmend Angriffen ausgesetzt

Löser vermutet, dass vor allem das Klinikpersonal von den Taten betroffen ist. "Wir dürfen nicht wegschauen, wenn Menschen bedroht oder sogar verletzt werden, die uns in Notsituationen helfen. Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte und Rettungspersonal erleben zunehmend Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe." Die Antwort zeige jedoch, dass Sachsen weder über eine belastbare Datengrundlage noch über eine landesweite Strategie zur Gewaltprävention in Krankenhäusern verfüge.

Grüne verlangen Leitfaden für Gewaltprävention im Krankenhaus

Die Grünen fordern ein landesweites Monitoring, damit Gewaltvorfälle gegen Beschäftigte einheitlich erfasst und ausgewertet werden. "Zweitens braucht es einen Leitfaden für Sachsen zur Gewaltprävention in Krankenhäusern, der Empfehlungen zu Meldewegen, Deeskalation, Notsorge, Sicherheitskonzepten und Organisationsstrukturen enthält", so Löser. Zudem müssten Krankenhäuser bei technischen und baulichen Schutzmaßnahmen unterstützt werden.

Krankenhaus muss für Personal ein sicherer Arbeitsort sein

"Krankenhäuser müssen Orte der Heilung und nicht der Angst sein. Wer tagtäglich für die Gesundheit anderer sorgt, hat Anspruch auf einen sicheren Arbeitsplatz", betonte der Abgeordnete. Die Regierung dürfe sich nicht länger darauf zurückziehen, dass dafür die einzelnen Krankenhausträger verantwortlich seien.

Quelle: dpa

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