Thüringen50.000 Vorschläge für Steuererklärungen vom Amt

Kein Stress mehr mit der Steuererklärung? Tausende Thüringer können bei einem Pilotprojekt Erfahrungen mit dem neuen Angebot sammeln.
Erfurt (dpa/th) - Mehr als 50.000 Thüringer haben eine Steuererklärung erhalten, für die sie nichts tun mussten. Die sogenannten Steuer-Festsetzungsvorschläge seien von den elf Finanzämtern im Freistaat im Rahmen des Pilotprojekts "Die Steuer macht jetzt das Amt für Sie" verschickt worden, wie das Finanzministerium in Erfurt mitteilte. Die Empfänger der Steuererklärungen vom Amt könnten nun entscheiden, ob sie mit den eingetragenen Angaben einverstanden sind oder nicht. Die Zustimmungsfrist zum Projekt "Amsel" laufe noch bis Ende Juli.
Die Steuerveranlagung vom Amt war in Thüringen im April gestartet. Dabei werden elektronisch vorliegende Daten der Steuerpflichtigen unter anderem zu Lohn- oder Gehalt, Rentenhöhe oder Sozialversicherungsbeiträgen genutzt. Das Projekt "Amsel" werde von fünf Bundesländern geführt - Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein seien es neben Thüringen. "Wir wollen Erfahrungen mit diesem bürgernahen Serviceangebot an die Steuerpflichtigen sammeln", erklärte Finanzministerin Katja Wolf (BSW).
Ein Drittel der Steuerpflichtigen sagten Ja
Die ersten Teilnehmer seien nach einheitlichen Kriterien ausgewählt worden. Es handele sich dabei um Steuerpflichtige, die ausschließlich Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit erhielten oder Renten, Pensionen oder Einkommensersatzleistungen bezogen. Kapitalerträge, die dem Steuerabzug unterlagen, konnten sie ebenfalls verbucht haben. Keinen Vorschlag vom Amt erhielten Menschen, die ihre Erklärung vom Steuerberater erledigen lassen.
Letztlich trafen die Kriterien auf mehr Menschen zu als die in Thüringen zunächst geschätzten 42.000, so die Ministerin. Die letzten Festsetzungsvorschläge seien am 11. Juni 2026 in die Post gegangen. Derzeit liege die Zustimmungsquote bei einem Drittel. Bei einer Zustimmungserklärung sei der Steuerbescheid nur noch eine Sache von wenigen Tagen, erklärte das Ministerium. Laut Wolf können "auch jene Steuerpflichtige das Angebot erhalten, die noch nicht in der digitalen Welt dabei sind".