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ThüringenExperte sieht noch Chancen für Mario Voigt

10.10.2026, 04:02 Uhr
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Mit dem Ende des Rechtsstreits um seinen Doktortitel ist Mario Voigt einen Mühlstein losgeworden, findet der Bochumer Politologe Oliver Lembcke. Was er über die Lage der CDU insgesamt denkt.

Erfurt (dpa/th) - Der Bochumer Politikwissenschaftler Oliver Lembcke sieht noch Chancen für Mario Voigt, sich bis zur nächsten Wahl in der Rolle des Ministerpräsidenten zu profilieren. "Da ist noch Luft nach oben, was die Landesvater-Qualitäten des Ministerpräsidenten angeht", sagte Lembcke der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Voigt sei für diese Rolle mit 49 Jahren auch noch relativ jung.

Aber er habe unter schwierigen Bedingungen eine Koalition geschmiedet und einen Doppelhaushalt durch das Parlament gebracht. Es bleibe abzuwarten, ob das noch einmal gelingt. "Aber wenn die das hinkriegen, muss das alles nicht chancenlos sein", sagte Lembcke. Gerade in Kontrast zu den Entwicklungen in Sachsen-Anhalt könnte sich die Thüringer Landesregierung profilieren, meint Lembcke. "Das ist jetzt nicht gerade die lauteste und zerbrechlichste und schrecklichste Koalition in Deutschland", sagte der Politikwissenschaftler über die Voigts Regierungsbündnis aus CDU, Thüringen.Gerecht und SPD. Die nächste reguläre Landtagswahl steht im Freistaat im Jahr 2029 an.

CDU in tiefer Krise

Seiner Ansicht nach war Voigts Schritt, den Rechtsstreit um seine Doktorarbeit zu beenden, wichtig. "Ich glaube, die CDU hat jetzt überhaupt erst wieder eine Chance durch diesen Mühlstein, den man da losgeworden ist", sagte er.

Die CDU insgesamt sieht Lembcke allerdings in einer tiefen Krise. "Bisher hat man die CDU als eine Partei wahrgenommen, die verstanden hat, was es braucht, um notwendige Kompromisse nach innen zu schließen und irgendwie auch Regierungshandwerk zur Verfügung zu stellen", sagte Lembcke. Hier gebe es inzwischen aber Defizite.

Allerdings könne er sich auch eine Regeneration der CDU von Unten vorstellen. Die CDU könnte den "Charakter und Spirit einer Volkspartei" wiederentdecken. "Ein Zusammenrücken, weil es eine existenzielle Gefahr ist, das kann ich mir auch als eine Gegenreaktion vorstellen."

Quelle: dpa

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