ThüringenFünf neue Angebote: Der Beratungsbedarf der Thüringer steigt

Was sind meine Rechte als Verbraucher? Ist meine Geldanlage sicher? Viele Thüringer wenden sich mit ihren Fragen an die Verbraucherzentrale. Sie hat ihre regionalen Beratungsangebote ausgebaut.
Erfurt (dpa/th) - Der Ausstieg aus einem schlechten Geldanlagevertrag oder die Angst, im Internet betrogen worden zu sein: Tausende Thüringer wenden sich mit ihren Problemen jährlich an die Verbraucherzentrale. "Der Beratungsbedarf ist gestiegen, viele Verbraucher stehen unter Druck", sagte der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Thüringen, Ralph Walther, der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. "Wir haben mit mehr Beratungsangeboten reagiert."
Die durchschnittliche Zahl der Beratungen pro Monat sei in diesem Jahr um etwa ein Viertel höher als 2025. Dabei seien Energie-Beratungen noch nicht einmal berücksichtigt. Nach nur neun Monaten habe die Verbraucherzentrale bereits 94 Prozent des Vorjahreswerts an Rechts- sowie Finanzberatungen erreicht, im Schnitt seien es mehr als 600 Termine monatlich.
Fünf neue Anlaufstellen für Verbraucher
"Neue Beratungsstellen haben daran einen großen Anteil", sagte Walther. Die Verbraucherzentrale habe aber nicht nur ihr Netz an Anlaufstellen, sondern auch ihre Online-Angebote ausgedehnt. Seit dem Herbst 2025 kamen Beratungsstellen in Schleiz, Sonneberg, Hildburghausen und Meiningen dazu, seit diesen September Zeulenroda.
"Das Konzept mit mehr regionalen Angeboten ist aufgegangen", so Walther. Die neuen Beratungsstellen hätten an zwei bis vier Tagen pro Monat geöffnet, um ratsuchenden Verbrauchern eine persönliche Anlaufstelle zu bieten. In der Regel würden sie von Beratern aus anderen Niederlassungen der Verbraucherzentrale mit betreut - beispielsweise Schleiz durch Gera. Für die Rechtsberatung in Hildburghausen und Sonneberg sei ein Jurist gefunden worden.
Beratung auch per Video-Chat möglich
"Wir hatten Lücken im Süden und Südosten. Diese wurden nun geschlossen, das neue Angebot ist etabliert", sagte der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale. "Wenn wir mit unserem Infomobil unterwegs waren, waren wir in der Vergangenheit immer wieder auf den Bedarf nach festen Anlaufstellen angesprochen worden."
Möglich geworden sei das verbesserte Angebot auch, weil das Land seinen Zuschuss für die Verbraucherberatung um 200.000 Euro pro Jahr angehoben habe. "Das Geld verpufft nicht durch gestiegene Kosten, es kommt den Verbrauchern direkt zugute", sagte Walther. "Auch für die Zeit ab 2028 gibt es gute Signale vom Verbraucherschutzministerium." Thüringen hat derzeit einen Doppelhaushalt bis 2027.
Seit dem vergangenen Jahr können Menschen mit Beratungsbedarf Termine bei der Verbraucherzentrale online buchen und zur Vorbereitung vorab ihr Anliegen schildern. Als Service für Berufstätige oder Ratsuchende, die örtlich gebunden sind, gebe es die Möglichkeit von Video-Chats mit Beratern. Im Mai 2025 sei das Angebot mit Beratungen zu Finanzen und Versicherungen gestartet und inzwischen um Rechtsberatung erweitert worden. Diese koste in der Regel zehn Euro.