ThüringenGemeinnütziges Projekt für Häftlinge in Hohenleuben

Weida (dpa/th) - Im Kindergarten "Löwenzahn" in Weida erstrahlen Holzmöbel dank eines Gefängnisprojekts in neuem Glanz. Am Mittwoch stellte die Justizvollzugsanstalt Hohenleuben ihr Projekt "Lichtblick" vor: eine Holzwerkstatt, in der Gefangene durch gemeinnützige Arbeit ihre Haftzeit verkürzen können. Die Initiative richtet sich an Häftlinge, die eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen müssen, weil sie Geldstrafen nicht bezahlen konnten, wie der Anstaltsleiter Jürgen Frank erklärte. Für den Kindergarten haben drei Gefangene Holztische und -bänke abgeschliffen und neu gestrichen.
Arbeitet einer der Gefangenen sechs Stunden gemeinnützig hinter Gittern, wird ihm ein Tag Haft erlassen. "Bis zu einem Drittel der Tage kann man wegarbeiten", sagte Frank. In der JVA Hohenleuben verbüßen seinen Angaben zufolge rund zehn Prozent der knapp 300 Häftlinge Ersatzfreiheitsstrafen. "Das Interesse ist schon deshalb hoch, weil sie sich dadurch die Hafttage verkürzen können", so der Anstaltsleiter. Viele Häftlinge wollten aber auch etwas Gutes tun. Es gehe im Projekt darum, "Vorurteile gegenüber den Gefangenen abzubauen, ihnen einen Änderungswillen zuzuerkennen, indem sie zeigen, dass sie jederzeit für solche Projekte zu haben sind."
Das Projekt ist nach Angaben eines Sprechers des Justizministeriums derzeit einmalig im Freistaat. Bis zur Schließung des Gefängnisses in Gera hatte es dort bereits zehn Jahre lang existiert.