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ThüringenGewalt immer größeres Problem in Notaufnahmen

29.06.2026, 13:52 Uhr
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In den Notaufnahmen wird es immer voller. Dadurch kommt es dort Ärzten zufolge auch immer häufiger zu gewalttätigen Übergriffen. An manchen Krankenhäusern gibt es schon eigene Eingreifteams.

Erfurt (dpa/th) - In manchen Notaufnahmen kommt es nach Angaben von Ärzten inzwischen regelmäßig zu Gewaltausbrüchen von Patienten und Angehörigen. Solche Vorfälle hingen häufig mit einem sehr hohen Patientenaufkommen zusammen, sagte die Chefärztin Notfallmedizin des Helios Klinikum Meiningen, Sorina Friedrich, bei der Vorstellung des aktuellen Thüringer Krankenhausspiegels in Erfurt.

Oft hätten Patienten oder Angehörige in solchen Situationen Ängste, während das Personal überlastet sei. Erschwerend komme hinzu, dass Ärzte und Pfleger häufig nicht über die kommunikativen Mittel verfügten, um die Patienten oder Angehörigen in solchen Fällen zu beruhigen.

Friedrich verwies auf Schätzungen, nach denen es in jeder deutschen Notaufnahme inzwischen im Durchschnitt zu einem Gewaltvorfall pro Woche kommt. Wichtig seien deshalb unter anderem Kommunikations- und Deeskalationstrainings für die Mitarbeiter dort, sagte sie.

Bis zur Fixierung

In einigen Häusern gibt es inzwischen bereits eigens geschulte Mitarbeiter für solche Gewaltausbrüche. Nach Angaben des Leiters der Notaufnahme des Katholischen Krankenhauses in Erfurt, Tobias Ulonska, gibt es dort mehrere Mitarbeiter, die für solche brenzligen Situationen ausgebildet wurden und die dann alarmiert werden, wenn es zu Gewaltausbrüchen im Haus kommt.

Das gehe so weit, dass sie gelernt hätten, Menschen zu fixieren. Auch in der Notaufnahme dieses Krankenhauses komme es immer häufiger zu Gewaltausbrüchen. "Es ist auch bei uns ein steigendes Thema", sagte er.

Über den Krankenhausspiegel legen nach Angaben der Landeskrankenhausgesellschaft derzeit 32 Thüringer Krankenhäuser mit 38 Standorten medizinische Qualitätskriterien zu besonders häufigen beziehungsweise komplizierten Behandlungsgebieten offen. Diese Kliniken verfügten über etwa 90 Prozent der im Land vorhandenen Krankenhausbetten, hieß es.

Keine Bagatellverletzungen

Der Krankenhausspiegel wird seit 2014 jährlich vorgestellt. Seit Kurzem können sich Patienten und deren Angehörige über den Krankenhausspiegel auch darüber informieren, wie die Notfallversorgung in Thüringen aufgestellt ist.

Die Patientenzahlen in den Notaufnahmen in Deutschland steigen seit Jahren. Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) warb deshalb dafür, den Menschen noch klarer zu machen, dass es dort nicht um die Behandlung von Bagatellverletzungen gehe.

Quelle: dpa

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