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ThüringenHöhere Zulagen für künftige Lehrer - wie sie genutzt werden

28.07.2026, 04:31 Uhr
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(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Weniger Unterrichtsausfall - das ist ein Versprechen der Thüringer Landesregierung. Dafür müssen Lehrer eingestellt werden - an den richtigen Schulen und in den richtigen Fächern. Ein Zwischenstand.

Erfurt (dpa/th) - Thüringen zahlt seit diesem Jahr bereits angehenden Lehrern kräftige Zuschläge, wenn sie an Schulen in ländlichen Regionen gehen und Mangelfächer wählen. Das Projekt sei solide gestartet, teilte das Bildungsministerium auf Anfrage in Erfurt mit. Im Einstellungsturnus bis Mai hätten von 124 Lehramtsanwärtern 45 einen Antrag auf eine Zulage stellen können. 19 von ihnen reichten ihn ein, 15 erhielten einen Zuschlag und damit ein Drittel der Berechtigten.

Für den zweiten Zeitraum bis August lägen noch keine belastbaren Zahlen vor, weil die Frist noch laufe. Bisher gebe es mehr als 30 potenzielle Kandidaten, so das Ministerium. Nach dem Modell erhalten Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter einen Sonderzuschlag von 70 Prozent ihres Grundbetrages, wenn sie ihre Ausbildung in einer Region mit Lehrermangel und an einer bestimmten Schulart oder einem Bedarfsfach absolvieren.

Projekt läuft zunächst bis 2028

Der Zuschlag beläuft sich nach Ministeriumsangaben je nach Schulart auf rund 1.220 bis 1.250 Euro brutto zusätzlich im Monat. Die Regelung gelte seit Februar 2026 und sei zunächst bis Juli 2028 befristet.

"Gute Bildungschancen dürfen nicht vom Wohnort abhängen", erklärte Bildungsminister Christian Tischner (CDU). "Deshalb setzen wir bei angehenden Lehrerinnen und Lehrern deutlich früher an - schon im Vorbereitungsdienst. Denn wer bereits als Lehramtsanwärter in eine Bedarfsregion geht und sich dort einlebt, der bleibt erfahrungsgemäß auch."

Ein Steuerungseffekt werde sich erst mit wachsender Bekanntheit der Zulage zeigen, weil Bewerber langfristig planten, erklärte ein Ministeriumssprecher. Erste Effekte seien aber zu sehen - so sei ein Bewerber von Mittel- nach Südthüringen gewechselt. Mit dem Zuschlag wird eine mittelfristige Bindung an Schule beziehungsweise Region eingegangen.

Neue Regionen mit Lehrerbedarf

Im Einstellungsturnus bis Februar 2027 sollen nach Ministeriumsangaben Regionen und Fächer, für die es einen Gehaltsaufschlag gibt, angepasst werden. Vorgesehen sei unter anderem, den Kreis Gotha ohne die Stadt, den Ilm-Kreis, Sömmerda und das Weimarer Land neu als Bedarfsregionen aufzunehmen. Bei einzelnen Fächern könnte es Streichungen geben - beispielsweise könnte Biologie an Gymnasien kein definiertes Bedarfsfach mehr sein.

Einen Sonderzuschlag für bereits ausgebildete, frisch verbeamtete Lehrkräfte in Höhe von zehn Prozent der Einstiegsbesoldung gewährt Thüringen bereits seit 2022. Ihn gibt es jeweils für fünf Jahre, wenn zwei der drei Kriterien Bedarfsfach, Region oder Schulart erfüllt sind.

Quelle: dpa

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