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Thüringen"Meilenstein" für Barrierefreiheit und Schloss-Sanierung

28.04.2026, 14:48 Uhr
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Erstmals barrierefrei präparierte Löwen und mehr bestaunen: Ein neuer Aufzug im Schloss Friedenstein erleichtert Museumsbesuche. Warum die Fertigstellung der Anlage als Meilenstein gewertet wird.

Gotha (dpa/th) - Mit einem neuen Treppenhaus mitsamt Aufzug sollen Besuchern die Wege in Schloss Friedenstein erleichtert werden. Das neue Treppenhaus verbindet künftig alle Geschosse von Westflügel und Westturm der früheren Herzogsresidenz, wie die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mitteilte. Die Treppenanlage sei ein wichtiger Teil in der umfangreichen Gesamtsanierung von Schloss Friedenstein.

Tiermodelle, Ur-Saurier und Theater

Durch den Aufzug können Besucher weitgehend barrierefrei dem Museumsrundgang folgen. So werde etwa erstmals der barrierefreie Zugang zu den naturkundlichen Ausstellungen der Friedenstein Stiftung Gotha ermöglicht. Die Stiftung zeigt nun im Übergang zum Westturm etwa Modelle und Präparate von Tieren und von Pflanzen sowie Fossilien aus der bio- und geowissenschaftlichen Sammlung.

Umgezogen ins zweite Obergeschoss des Westturms ist die Ausstellung über die Fossilienfundstätte Bromackers, die die Zeit der Ur-Saurier erlebbar macht. Im Treppenhaus selbst ist nun eine Ausstellung unter anderem mit Fotografien des ebenfalls im Schloss beheimateten Ekhof-Theaters zu sehen.

"Meilenstein, auf den wir lange hingearbeitet haben"

"Der heutige Tag ist für uns ein Meilenstein, auf den wir lange hingearbeitet haben", sagte Stiftungsdirektorin Doris Fischer laut Mitteilung. "Mit der bereits abgeschlossenen Dachsanierung am Westflügel und dem nun fertiggestellten neuen Treppenhaus ist ein wesentlicher Schritt geschafft."

Kulturminister Christian Tischner (CDU) erklärte zu dem nun abgeschlossenen Teilprojekt der Mammut-Schloss-Sanierung: "Wir bewahren das Kulturdenkmal, ermöglichen aber durch sanfte Modernisierung seine Nutzung für heutige Besucher und ihre Ansprüche."

Die Stiftung stehe bereits in den Startlöchern für die nächsten Arbeiten: 2027 sei geplant, dass die Sanierung der künftigen Museumsräume im Westflügel und der Bibliotheksbereich im Ostturm "im großen Stil" starte, so Fischer.

110 Millionen Euro für historisch bedeutende Anlage

Seit vielen Jahren wird das barocke Schloss Friedenstein abschnittsweise bei laufendem Betrieb saniert. 110 Millionen Euro stehen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten von Bund und Land dafür insgesamt zur Verfügung.

Schloss Friedenstein gilt als eine der größten erhaltenen Schlossanlagen des Frühbarocks. Ernst I. (1601 – 1675), Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg, ließ die Anlage erbauen. Der Grundstein wurde 1643 gelegt. Umgeben ist das Schloss von einer Park- und Gartenanlage. Es beherbergt heute unter anderem prunkvolle historische Räume, Objekte aus der umfangreichen Sammlungstradition der früheren Herrscher sowie das barocke Ekhof-Theater.

Quelle: dpa

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