Regionalnachrichten

Thüringen Schweinsburg: Konzept für Krankenhäuser bis Ende April

Martina Schweinsburg (CDU), Landrätin des Landkreis Greiz. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Nach Millionendefiziten sind die Ostthüringer Krankenhäuser in Greiz und Schleiz in finanzielle Schieflage geraten. Vor allem in Schleiz sorgen sich viele Menschen um die Zukunft des Klinikstandortes. Ende April soll nun ein Sanierungskonzept vorliegen.

Greiz (dpa/th) - Für die finanziell angeschlagenen Krankenhäuser in Greiz und Schleiz soll Ende des Monats den Aufsichtsräten und Banken ein Sanierungskonzept vorliegen. Ziel sei der Erhalt beider Häuser, sagte die Greizer Landrätin und Aufsichtsratschefin Martina Schweinsburg (CDU) am Mittwoch: "Wir sind auf einem guten Weg." Zugleich wurde bekannt, dass die Kreiskrankenhaus Greiz GmbH mit ihren Töchtern auch 2019 ein Defizit verbucht hat - es lag den Angaben nach bei 2,2 Millionen Euro. Geschäftsführer Ralf Delker, seit Dezember im Amt, betonte, dass die Liquidität verbessert werden konnte. Zudem lobte er die Ausstattung und motivierten Mitarbeiter.

Den Plänen zufolge sollen in Schleiz Chirurgie, Innere Medizin und Notfallmedizin fortgeführt werden. Doch werde die Bettenzahl an das tatsächliche Patientenaufkommen angepasst, hieß es. Derzeit seien von den 110 Betten dort nur etwa 40 belegt. Die Geburtsstation war bereits im Februar mangels Ärzten bis auf Weiteres stillgelegt worden, was in der Region Kritik hervorrief. In Greiz soll das Medizinische Versorgungszentrum neu ausgerichtet werden.

Landrätin Schweinsburg kritisierte Vorgaben des Landes zur Zahl von Ärzten pro Klinik: "Das ist der Todesstoß für kleine ländliche Krankenhäuser." Denn die Krankenhäuser refinanzierten sich über die Zahl der behandelten Patienten, die auf dem Land geringer sei. In Thüringen seien 5,5 Ärzten pro Klinik vorgeschrieben - davon drei Fachärzte. Um die Vorgabe zu erfüllen hätten beide Krankenhäuser seit 2017 allein rund 3 Millionen Euro für Honorarärzte schultern müssen. Dies sei einer der Gründe für die finanzielle Schieflage.

"Das Krankenhaus war nie insolvenzgefährdet und ist es auch nicht", betonte Schweinsburg. Das bestätigte auch der Fachanwalt für Insolvenzrecht Bernd Krumbholz. Das generelle Problem der Krankenhäuser sei, dass die Erlöse pro Patient langsamer stiegen als die Kosten, erläuterte Geschäftsführer Delker. Gerade die aktuelle Corona-Pandemie zeige aber, wie wichtig die wohnortnahe medizinische Versorgung auch im ländlichen Raum sei, betonte Schweinsburg. Um dies zu erhalten, müsse auch vergütet werden, dass bestimmte medizinische Leistungen vorgehalten werden, forderte sie.

In den Krankenhäusern in Greiz und Schleiz wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 18 000 Patienten versorgt. Die Einrichtung in Greiz habe rund 540 Beschäftigte, in Schleiz (Saale-Orla-Kreis) sei es etwa die Hälfte, erläuterte Delker.

Regionales