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ThüringenBeschäftigungsquote in Thüringen steigt dank Zuwanderung

23.03.2026, 14:23 Uhr
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Thüringen verzeichnet eine steigende Erwerbsbeteiligung – besonders dank ausländischer Arbeitskräfte. Was hinter dem Zuwachs steckt und welche Gruppen besonders profitieren.

Halle/Erfurt (dpa/th) - Der Beschäftigungsaufbau in Thüringen wird zunehmend von ausländischen Arbeitskräften getragen. Ihre Quote ist in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als die der Deutschen. Insgesamt liegt die Erwerbsbeteiligung im Freistaat über dem Bundesdurchschnitt, wie die zuständige Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Halle/Saale mitteilte.

Mitte 2025 erreichte die Beschäftigungsquote im Freistaat demnach 64,4 Prozent und lag damit 1,2 Prozentpunkte über dem bundesweiten Schnitt sowie einen Punkt über dem ostdeutschen Durchschnitt. Frauen sind den Angaben nach in Thüringen mit 62,9 Prozent in den Arbeitsmarkt eingebunden.

Während die Quote deutscher sozialversicherungspflichtig Erwerbstätiger binnen zehn Jahren um 4,2 Punkte auf 65,6 Prozent zunahm, fiel der Anstieg bei Arbeitnehmern ohne deutschen Pass deutlich kräftiger aus. Bei ausländischen Beschäftigten erhöhte sich der Wert von 39,8 auf 55 Prozent, wie es hieß. Damit wird ein wachsender Teil des Beschäftigungszuwachses von internationalen Arbeitskräften getragen.

Zunehmende Integration von Schutzsuchenden

Fortschritte zeigen sich auch bei Geflüchteten: Die Erwerbsbeteiligung von Menschen aus Asylherkunftsländern lag im vergangenen Jahr bei 48,4 Prozent, nach 42,5 Prozent im Jahr 2022. Besonders stark fiel der Anstieg bei ukrainischen Beschäftigten aus - deren Quote stieg in diesem Zeitraum von 18,4 auf 34,8 Prozent.

Als Gründe dafür gelten unter anderem erleichterte Anerkennungsverfahren für Berufsabschlüsse, gezielte Sprachförderung sowie arbeitsmarktpolitische Programme. Zudem würden viele Ukrainer Qualifikationen mitbringen, die in Branchen mit Fachkräftemangel gefragt seien.

"Thüringen zeigt, dass gezielte Integrationsmaßnahmen und gute Rahmenbedingungen die Beschäftigung nachhaltig stärken – insbesondere bei ausländischen Arbeitskräften und Schutzsuchenden", sagte Markus Behrens, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt–Thüringen. Dies sei angesichts der demografischen Entwicklung dringend notwendig.

Der Freistaat ist besonders stark vom demografischen Wandel betroffen - denn die Thüringer werden weniger und älter. Die Beschäftigungsquoten messen den Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Sie ist ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Stärke einer Region.

Quelle: dpa

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