ThüringenWeimer würdigt Weimar als "Welthauptstadt der Kultur"

In Weimar bewegt sich Kulturstaatsminister Weimer wie ein Fisch im Wasser: Bei seinem Besuch zeigt er Begeisterung und erklärt, warum er bei Goethe vorbelastet ist.
Weimar (dpa/th) - Goethes Erbe, ein Schloss und ein Theater mit Bedeutung für die Klassik-Epoche und für die Geschichte Deutschlands: Bei seinem Besuch wichtiger Kultureinrichtungen hat sich Kulturstaatsminister Wolfram Weimer beeindruckt von Weimar gezeigt. Er sprach von einer "Welthauptstadt der Kultur" und einem "Verdichtungsort unserer Republik".
Zudem räumte Weimer eine gewisse Voreingenommenheit gegenüber Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) ein, der lange Zeit in Weimar lebte. "Ich bin vorbelastet", sagte Weimer am Rande einer Führung durch das Goethe-Nationalmuseum mit Blick auf den berühmten Dichter, dessen Werke im Deutschunterricht zur Pflichtlektüre gehören. "Mein Vater war Germanist und deswegen war bei uns natürlich Goethe im Haus."
Die Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Ulrike Lorenz, und die Direktorin der Stiftungsmuseen, Annette Ludwig, informierten Weimer über die geplante umfangreiche Sanierung des an das Museum angegliederten einstigen Wohnhauses Goethes.
Weimer: "Das ist ein Heiligtum"
Er selbst sei vor allem ein Freund der Lyrik Goethes und auch schon zur Schulzeit positiv von dessen Werk berührt gewesen, so Weimer. "Auch wenn es anstrengend war und wir "Iphigenie" gelesen haben", ergänzte der studierte Germanist. Seine Begeisterung äußerte er auch beim Anblick der durch Goethes Schreiber angefertigten Gesamthandschrift von "Faust II" im Goethe- und Schiller-Archiv. "Das ist ein Heiligtum", stimmte er dem Archivdirektor Christian Hain zu.
Die Klassik Stiftung Weimar zählt zu den größten Kulturstiftungen Deutschlands und verantwortet unter anderem Unesco-Welterbestätten, darunter etwa die einstigen Wohnhäuser der Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Weimer würdigte die Stiftung: Diese pflege nicht nur einen großen deutschen Kulturschatz, sondern mache diesen in herausragender Weise sichtbar.
Zudem unterzeichnete Weimer mit Thüringens Kulturminister Christian Tischner (CDU) und Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) ein neues Finanzierungsabkommen zur Fortführung der bisherigen institutionellen Förderung der Stiftung.
Demnach erhält die Stiftung von 2027 bis 2031 jährlich jeweils 32,43 Millionen Euro pro Jahr von Bund, Land und Stadt. Damit erhöht sich die Förderung etwas gegenüber den Vorjahren. Allerdings stellen allgemein steigende Baupreise und Personalkosten die Stiftung vor finanzielle Herausforderungen.
Weimer besichtigte zudem das Deutsche Nationaltheater (DNT) und die Staatskapelle Weimar. Auch dort steht eine Generalsanierung an. Als ersten Schritt dafür gab es einen symbolischen Spatenstich für den Neubau der Werkstätten des Theaters. Für dieses Vorhaben geben Bund und Land jeweils 83,5 Millionen Euro.
Demokratie- und Theatergeschichte
Auch die Bedeutung des DNT als "Wiege unserer Demokratie" und als "Ort unserer kulturellen Definition als humanistische Kulturgemeinschaft" hob Weimer hervor. Das DNT ist Thüringens überregional bekannteste Theaterbühne und auch ein wichtiger Ort der Demokratiegeschichte. Einst wurde es durch bedeutende Inszenierungen unter der Leitung von Goethe bekannt und 1919 trat dort die neu gewählte deutsche Nationalversammlung zusammen. Diese verabschiedete die Verfassung der ersten Demokratie auf deutschem Boden.